Zahl der geringfügig Beschäftigten unverändert hoch

15. März 2007, 16:53
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Seit 1998 um 48 Prozent gestiegen - Frauenanteil bei 70 Prozent - Grüne fordern existenzsichernde Maßnahmen für A-Typische

Wien - Die Zahl der geringfügig Beschäftigten ist Anfang 2007 nach dem Rekordhoch vom Dezember 2006 mit 241.564 leicht auf 240.244 zurückgegangen, geht aus den jüngsten Daten des Hauptverbands der Sozialversicherungsträger hervor. Im Vormonat waren 167.385 Frauen und 72.859 Männer geringfügig beschäftigt. Unverändert vom leichten Rückgang im Jänner geht der Aufwärtstrend in diesem Bereich fast ungebrochen weiter - seit 1998 gab es eine Erhöhung um 48 Prozent.

1998 wurden geringfügig Beschäftigte in die Sozialversicherung aufgenommen. Sie können selbst entscheiden, ob sie Sozialversicherungsbeiträge bezahlen wollen oder nicht. Für den Dienstgeber ist die Entrichtung von Sozialversicherungsbeiträgen dann Pflicht, wenn er mehrere geringfügig Beschäftigte angestellt hat, die zusammen mehr als das Eineinhalbfache der Geringfügigkeitsgrenze verdienen. Die Geringfügigkeitsgrenze beträgt seit Anfang des neuen Jahres 341,16 Euro pro Monat.

Weinzinger: Immer mehr Frauen in prekären Arbeitsverhältnissen

Angesichts der Zunahme bei den geringfügig Beschäftigten forderte Brigid Weinzinger, Frauensprecherin der Grünen, eine bessere Absicherung atypischer Beschäftigungsverhältnisse. Die Regierung sei gefordert, rasch Maßnahmen zu setzen. Die neueste Statistik beweise, dass der Trend zu a-typischen Beschäftigungsformen ungebrochen anhalte. Frauen arbeiten besonders häufig in nicht existenzsichernden Jobs. Unter den geringfügig Beschäftigten beträgt ihr Anteil rund 70 Prozent.

Maßnahmen zur Existenzsicherung

"Obwohl die Zahl der geringfügig Beschäftigten von Jahr zu Jahr kontinuierlich steigt, lassen wirkungsvolle Maßnahmen zur Existenzsicherung und zur Verbesserung der arbeitsrechtlichen Situation in der Beschäftigung noch immer auf sich warten. Hier hinkt die Politik der Entwicklung am Arbeitsmarkt stark hinterher", meinte Weinzinger. Wirkungsvolle Maßnahmen für eine bessere Absicherung atypisch Beschäftigter sollten daher oberste Priorität haben, schloss die Frauensprecherin der Grünen. (APA/red)

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