Stickler: "Das war überhaupt nichts"

21. März 2007, 14:02
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Scharfe Kritik von ÖFB-Boss Stickler nach 1:1 auf Malta - Lotterien-Boss will Aussprache mit Teamchef Hickers­ber­ger: "Warte auf Inputs"

Wien - Mit ungewöhnlich scharfen Worten hat ÖFB-Präsident Friedrich Stickler die Leistung des österreichischen Fußball-Nationalteams beim 1:1 auf Malta kritisiert. "Das waren zwei Schritte zurück, das war wie gegen Liechtenstein, das war überhaupt nichts. Ich bin unglaublich enttäuscht", ärgerte sich der Lotterien-Boss am Mittwochabend unmittelbar vor dem Rückflug vom einwöchigen Trainingslager auf der Mittelmeer-Insel nach Wien.

Die mangelnde Fitness einiger Akteure auf Grund der Winterpause wollte Stickler nicht als Ausrede gelten lassen. "Auch wenn es eine schwierige Situation ist, wir müssen sagen: 'Die räumen wir weg und dann wartet Frankreich.'" Manche Spieler hätten Leidenschaft vermissen lassen. "Ich erwarte, dass sie kein Trainingsmatch spielen, sondern so, als ob es ein Qualifikationsspiel wäre. Das ist auch eine Qualifikation, die jeder für sich annehmen muss, aber ich weiß nicht, wie viele diese Qualifikation heute bestanden haben", sagte der ÖFB-Präsident.

Die Art und Weise wurmt

Stickler wurmte weniger das Resultat als die Art und Weise, wie es zu Stande gekommen war. "Wenn wir einen Sturmlauf hinlegen und es geht nichts rein - okay. Aber mir hat das Feuer gefehlt", erklärte er und gab zu bedenken, "dass wir bei der EURO gegen die 14 besten Mannschaften Europas spielen, und dazu gehört sicher nicht Malta."

Noch wenige Stunden vor dem Anpfiff hatte sich Stickler vom Mannschaftsklima angetan gezeigt, ein paar Stunden später war diese Freude verflogen. "Es herrscht eine tolle Stimmung, aber die müssen wir auch auf den Rasen bringen. Ich verstehe nicht, dass das Team noch vor dem Match solchen Ernst ausstrahlt. Und wenn ich dann das Spiel sehe, muss ich sagen, da stimmt etwas nicht zusammen."

Warten auf Inputs

Nicht nur den Spielern, auch Coach Josef Hickersberger stellte Stickler die Rute ins Fenster. "Ich möchte mich mit dem Teamchef in den nächsten Tagen zusammensetzen. Ich warte auf Inputs von ihm."

Trotz aller Enttäuschung wollte der ÖFB-Boss aber eine Diskussion über eine Team-Rückkehr der beiden England-Legionäre Emanuel Pogatetz und Paul Scharner erst gar nicht aufkommen lassen. "Ich glaube nicht, dass wir mit den Beiden besser gespielt hätten." (APA)

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    "Ich bin unglaublich enttäuscht"

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