Verdrängungswettbewerb bei Thermen

8. Februar 2007, 11:56
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Auslastung sinkt in fast allen österreichischen Thermen. Bis 2009 werden 500 Mio. Euro in acht neue Thermen investiert

Wien - Die stark wachsende Zahl an Thermen in Österreich führt in einigen Regionen zu einem Verdrängungswettbewerb, der zu Preissenkungen und in weiterer Folge zu "Thermen-Leichen" führen könnte, glaubt der Marktforscher Kreutzer Fischer & Partner. In fast allen österreichischen Thermen sinke die Auslastung, der Wettbewerb nehme besonders im steirisch-burgenländischen Thermenland "existenzgefährdende Zustände an", da sich die Thermen in ihrer Positionierung kaum unterscheiden und mitunter ein "marktorientierten Businessplan" fehle.

Bis 2009 sollen in Österreich mehr als 500 Mio. Euro in acht neue Thermenprojekte investiert werden, geht aus einer der APA vorliegenden aktuellen Studie des Marktforschers hervor. Damit würden zusätzliche Thermen-Kapazitäten für 1,2 Mio. Gäste geschaffen. "Leider sind die meisten dieser Projekte in Regionen, die schon jetzt stark mit Thermen besetzt sind, etwa die in Bau befindliche Therme in Fohnsdorf", heißt es in der Studie. Nur 50 Kilometer südöstlich davon sei erst vor drei Jahren die Therme Nova in Köflach errichtet worden, die mit 125.000 Gästen um die Hälfte unter den angepeilten Besuchszahlen liege.

Thermen verzeichnen Gästerückgang

Die Zahl der Gäste in den österreichischen Thermen ist 2006 nur leicht um 0,7 Prozent bzw. 50.000 Besucher auf 7,17 Mio. Besucher gewachsen. Einige Thermen wie Schallerbach, Laa/Thaya, Lutzmannsburg oder Geinberg konnten zwar neuerlich ein Gästeplus verzeichnen, das Gros der Thermen verbuchte aber einen Gästerückgang, so Kreuzer Fischer & Partner. Für 2007 und 2008 sei mit einem jährlichen Gästewachstum von 2,5 bis 2,9 Prozent zu rechnen: "Das Marktwachstum wird daher auch in nächsten beiden Jahren hinter den zusätzlich geschaffenen Kapazitäten nachhinken". Für 2007 wird mit einem Wachstum auf 7,35 Mio. Thermengästen gerechnet, für 2008 mit 7,56 Mio. Gästen.

Die sinkende Auslastung, steigende jährlichen Abschreibungen sowie höhere Energie- und Personalkosten führen zu Preiserhöhungen, so der Marktforscher. 2006 stiegen die Preise im Schnitt um 7 Prozent, andererseits gebe es immer mehr extra zu bezahlende Sonderleistungen. So muss in immer mehr Thermen für den Wellness-Bereich extra bezahlt werden, so der Marktforscher. (APA)

  • Noch tummeln sich die Gäste in den Thermen.
    foto: pixelquelle.de

    Noch tummeln sich die Gäste in den Thermen.

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