Kairo: Prozess gegen 40 mutmaßliche Moslembrüder

22. März 2007, 19:50
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Deutscher ebenfalls unter Terro-Verdächtigen - Kritik an Militärgerichten

Kairo - In Ägypten müssen sich demnächst 40 Mitglieder der offiziell verbotenen Moslembruderschaft vor einem Militärgericht verantworten. Wie am Mittwoch aus Justizkreisen in Kairo bekannt wurde, wird den Angeklagten unter anderem "Nutzung terroristischer Methoden zur Durchsetzung ihrer Ziele" vorgeworfen. Zu den Angeklagten gehören die Nummer Drei der Moslembruderschaft, Chairat al-Shatir, sowie weitere führende Mitglieder der Islamisten-Organisation.

Deutscher in Abwesenheit angeklagt

Acht Angeklagten werde in Abwesenheit der Prozess gemacht, da sich sich derzeit im Ausland aufhielten, hieß es. Zu diesen Angeklagten zähle auch der Deutsche Ibrahim al-Sajat. Der gebürtige Ägypter gilt als führendes Mitglied der Moslembruderschaft in Deutschland.

Kritik an Militärgerichten

Menschenrechtsaktivisten lehnen die Prozesse gegen Zivilisten vor den Militärgerichten in Ägypten ab, weil die Rechte der Angeklagten nicht ausreichend gewahrt werden. Außerdem ist gegen die Urteile dieser Gerichte keine Berufung möglich. Aus Sicherheitskreisen in der ägyptischen Hauptstadt hieß es am Mittwoch außerdem, die Untersuchungshaft für 24 Studenten der islamischen Al-Azhar Universität in Kairo sei um 15 Tage verlängert worden.

Die jungen Männer, die Anhänger der Moslembruderschaft sind, waren am 10. Dezember 2006 verhaftet worden, nachdem sie bei einer Veranstaltung vermummt aufgetreten waren und Kampfsport-Vorführungen gezeigt hatten. Die Führung der Moslembruderschaft hatte sich später von den Aktivitäten der Studenten distanziert. Mitglieder der Moslembruderschaft, die als Partei offiziell verboten ist, bilden die größte Oppositionsgruppe im ägyptischen Parlament. (APA/dpa)

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