Strafrahmen bei Kinderpornografie

2. März 2007, 11:47
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Wien - Wer in Österreich pornografisches Material von Kindern unter 14 Jahren besitzt oder sich verschafft, kann zu einer Freiheitsstrafe von bis zu zwei Jahren verurteilt werden. Ein Jahr droht, handelt es sich bei den Abgebildeten um "mündige Minderjährige", also im Alter von 14 bis 18 Jahren. Strenger ist der Strafrahmen für die Herstellung oder Verbreitung von Kinderpornos. Dafür drohen bis zu drei Jahre.

Die gesetzliche Grundlage zum Thema Kinderpornografie findet sich im österreichischen Strafgesetzbuch in Paragraf 207a, der seit 1. Mai 2004 in geänderter Form in Kraft ist. Aber nicht alles, was auf den ersten Blick aussieht wie Kinderpornografie, entspricht auch dem strafrechtlichen Tatbestand. Kinderpornografie besteht aus Bildern von geschlechtlichen Handlungen, in die Minderjährige involviert sind. Als minderjährige Person gilt, wer das 18. Lebensjahr noch nicht vollendet hat, ein unmündiger Minderjähriger hat das 14. Lebensjahr noch nicht vollendet.

Härter geht die heimische Justiz bei der Herstellung und Verbreitung von Kinderpornos vor. Eine Freiheitsstrafe von sechs Monaten bis zu fünf Jahren droht, wenn dies etwa gewerbsmäßig geschieht. Mit bis zu zehn Jahren ist zu bestrafen, "wer die Tat als Mitglied einer kriminellen Vereinigung oder so begeht, dass sie einen besonders schweren Nachteil der minderjährigen Person zur Folge hat", heißt es dazu im Strafgesetzbuch.

Bei der Definition von Kinderpornografie gibt es noch Graubereiche, wie etwa Zeichnungen, Gemälde, Comics oder Bildmontagen, bei denen nicht auf den ersten Blick klar ist, ob es sich um reale Aufnahmen handelt. In diesem Fall muss die Justiz entscheiden, ob für den Betrachter des Bildes der Eindruck entsteht, dass eine geschlechtliche Handlung tatsächlich stattfindet. Nicht strafbar im Sinne von Kinderpornografie sind Texte, in denen sexuelle Handlungen mit Kindern beschrieben werden, ebenso wie Fotos von entkleideten Kindern an FKK-Stränden.

Nicht nur die Herstellung oder der Konsum von Kinderpornografie sind im StGB geregelt, sondern jede Handlung, die damit im Zusammenhang steht, wie etwa die Vorführung oder die Beförderung. Auch aus "Recherchegründen" sollte man nicht nach Kinderpornos suchen. Wer pornografische Darstellungen mündiger Minderjähriger mit deren Einwilligung und zu deren eigenem Gebrauch herstellt oder besitzt, ist hingegen strafrechtlich ausgenommen. (APA)

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