Airbus-Chef Gallois will Standorte abgeben

1. März 2007, 14:28
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"Können uns nicht leisten, auf Dauer so viel zu investieren"

Berlin - Der europäische Flugzeugbauer Airbus kann nach Ansicht von Konzern-Chef Louis Gallois mit seiner gegenwärtigen Werksstruktur nicht mehr weiter bestehen. "Wir können es uns auf Dauer nicht mehr leisten, überall aus eigener Kraft so viel zu investieren, wie notwendig ist, um jeden Standort zu sichern", sagte Gallois in einem Interview der Zeitung "Die Welt" laut Vorabbericht. Deshalb müsse darüber diskutiert werden, ob es für manche Standorte nicht sinnvoller sei, sie mit Partnern zu betreiben.

"Wir müssen uns mehr auf unser Kerngeschäft konzentrieren und das Verhältnis zu unseren Partnern und Zulieferern neu bestimmen," erklärte Gallois. Aber auch in der Verwaltung und in den Zentralen müsse Airbus schlanker und effizienter werden. "Wir müssen Airbus endlich wirklich integrieren. Wir müssen die immer noch nationale Industrieorganisation überwinden."

Sanierungsprogramm

Der europäische Rüstungs- und Luftfahrtkonzern EADS hatte im vergangenen Jahr ein Sanierungsprogramm für seine Flugzeugtochter Airbus angekündigt. Deutsche Airbus-Betriebsräte äußerten daraufhin die Befürchtung, dass in deutschen Werken bis zu einem Drittel der knapp 23.000 Arbeitsplätze in Gefahr seien könnten.

Vor diesem Hintergrund kritisierte Gallois in dem Interview die Diskussion über unterschiedliche Produktivität der Arbeiter in Deutschland und Frankreich: "Diese Propaganda ist Gift für Airbus. Deutsche und französische Standorte unterscheiden sich in ihrer Wettbewerbsfähigkeit in keiner Weise." (APA/Reuters)

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