Skype will sein Protokolle nicht offenlegen

25. Juli 2007, 13:13
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Unternehmen betreibt Angstabbau bei Business-Kunden

Skype plant eine Kooperation mit mehreren großen Antiviren-Herstellern, um die eigene VoIP-Applikation besser vor potenziellen Angriffen schützen zu können. Das hat Stefan Öberg, Produktmanager und Vizepräsident von Skype, in einem Interview mit pressetext in London angekündigt. "Skype ist noch nie Opfer eines Angriffs geworden und auch unser Protokoll konnte bisher noch nie gehackt werden. Gleichzeitig ist uns aber klar, dass gerade Unternehmen in diesem Bereich immer wieder Bedenken äußern", so Öberg. Skype soll daher von zukünftigen Sicherheitslösungen unterstützt werden. Um welche Anbieter es sich dabei handelt, wollte der Skype-Manager zu diesem Zeitpunkt aber noch nicht mitteilen.

Groß angelegter Geschäftsstrategie

Skypes Vorstoß ist Teil einer größer angelegten Geschäftsstrategie, mit der man verstärkt Business-Kunden für das eigene VoIP-Angebot gewinnen will. So hat Skype erst kürzlich die angebotenen Business-Funktionen für Skype 3.0 um eine Online-Systemsteuerung und ein Windows-Installer-Paket (MSI) erweitert, die IT-Administratoren und Führungskräften mehr Kontrolle über die Handhabung von Skype innerhalb eines Unternehmens geben. Zudem können nun auch eine Reihe von Funktionen wie unterstütztes File- oder Desktop-Sharing individuell freigegeben oder gesperrt werden. Nachgebessert wurde auch bei den Integrationsmöglichkeiten mit der firmeninternen Firewall. Die notwendige Portierung bleibt auf einen Ausgang beschränkt, was Administratoren einen Überblick über den anfallenden Webtraffic verschaffen und etwaigen Cyberangriffen Vorschub leisten soll.

Keine Öffnung

Keine Notwendigkeit sieht Öberg bezüglich einer Offenlegung des von Skype verwendeten Protokolls. Skype war wiederholt unter Beschuss geraten, nicht das offene Protokoll SIP (Session Initiation Protocol) zu verwenden und statt dessen auf einen proprietären Eigenstandard zu setzen, der folglich auch nicht von Sicherheitsanbietern geschützt werden kann. "Wir verwenden SIP bereits für alle unsere Verbindungen zwischen Skype und normalen Telefonnetzwerken. Das Problem mit SIP ist aber, dass es einfach nicht die Funktionen erlaubt, die uns bei Skype wichtig sind, wie gute Video-Verbindungen oder Multi-Chat", so Öberg. Außerdem würden viele Unternehmen, die auf SIP setzen, den Standard ihren eigenen Bedürfnissen anpassen. "Das macht es zu einem weit weniger standardisierten Protokoll, als man eigentlich vermuten dürfte", so Öberg abschließend gegenüber pressetext. (pte)

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