Cybertron kauft sich im Burgenland ein

18. Juli 2000, 18:35

Expansion in den Osten

CyberTron rüstet sich für die Expansion in die Reformländer. Erster Zwischenstopp auf dem Weg nach Osten ist das Burgenland, wo sich die börsenotierte CyberTron an zwei Firmen beteiligt. Konkret kauft der Telekom-Netzbetreiber 51 Prozent der Well.com Datahighway Burgenland, einer Tochter von Landesenergieversorger Bewag und Wibag, der Wirtschaftsservice Burgenland AG, gab Cybertron-Finanzchef Christoph Senft am Dienstag bekannt.

Darüber hinaus erwirbt CyberTron eine Sperrminorität (25,1 Prozent) an der BKF, der Kabel-TV-Tochter der Bewag. Über den Kaufpreis wurde Stillschweigen vereinbart, er werde aus einem Mix an Aktien und Bargeld beglichen. Das Bargeld dafür stamme aus Fremdmittel, sagte Senft.

Well.com besitzt laut Bewag-Vorstand Günther Ofner mit 630 Kilometer Glasfaserkabel eine der modernsten Telekom-Infrastruktureinrichtungen in Ö und soll CyberTron mit ihrer Anbindung an die ungarische Matav und die Slowakische Telekom als Drehscheibe für die Nachbarländer dienen. Am Breitbandnetz der Well.com hängen rund 60.000 Haushalte und die wichtigsten öffentlichen Institutionen. Mit dem Kabel-Sender BKF gewinnt man Zugang zu 35.000 Haushalten im Burgenland.

Im Geschäftsjahr 1999/2000 habe Well.com einen Umsatz von 3,63 Millionen Euro und die BKF einen Umsatz von 6,90 Millionen Euro erwirtschaftet. Das Betriebsergebnis liege bei der Well.com bei 0,37 Mio. und bei der BKF bei 0,81 Mio.

CyberTron werde mit den Mitteln der jüngst durchgeführten Kapitalerhöhung innerhalb der nächsten 18 Monate den Ausbau des eigenen Glasfasernetzes forcieren und damit die Mietleitungen der Telekom Austria ersetzen, kündigte Cybertron-Vorstand Christian Forstner an. Well.com, die auch das Bündelfunksystem Tetra betreibt, an den Feuerwehr, Rotes Kreuz etc. hängen, soll rasch in eine Aktiengesellschaft umgewandelt und bis Ende 2002 an die Börse gebracht werden. Dass die Bewag ihre Telekom-Agenden mittelfristig auf die UTA beschränken will, wollte Ofner nicht bestätigen. Die UTA selbst macht sich derzeit börsefit und prüft eine Bewerbung bei der UMTS-Auktion. (ung)

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