Weltbank erstellt Schwarze Liste

10. April 2007, 11:15
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Die Organisation wirft 100 Firmen und Einzel­personen Korruption vor, wer auf der Liste steht, ist künftig von Auf­trägen ausgeschlossen

Washington - Die Weltbank hat mehr als 100 Firmen und Einzelpersonen des Betrugs und der Korruption bei Projekten der internationalen Organisation beschuldigt und sie auf eine Schwarze Liste gesetzt. In den vergangenen beiden Jahren seien mehr als 400 Fälle wegen des Verdachts untersucht worden, dass Gelder für Entwicklungsprojekte veruntreut worden seien, hieß es in einem am Dienstag veröffentlichten Bericht der internen Antikorruptionsabteilung des Instituts.

Die Weltbank stellt pro Jahr rund 20 Mrd. Dollar (15,5 Mrd. Euro) für die wirtschaftliche Förderung von Entwicklungsländern zur Verfügung. Wer auf der Schwarzen Liste steht, ist von künftigen Aufträgen ausgeschlossen. Derzeit gibt es rund 1.400 Projekte der Weltbank, an denen immer mehrere Firmen beteiligt sind.

200 Untersuchungen

Der jetzt vorgelegte Antikorruptionsbericht ist der erste seit der Übernahme des Weltbank-Vorsitzes durch Paul Wolfowitz im Jahr 2005, Wolfowitz hat die Betrugsbekämpfung als ein zentrales Ziel bezeichnet. Die Weltbank ist die einzige Institution, die die Namen von Unternehmen und Einzelpersonen veröffentlicht, denen sie korrupte Praktiken vorwirft.

Es seien auch mehr als 200 Fälle untersucht worden, in denen Mitarbeitern der Weltbank ein Fehlverhalten vorgeworfen worden sei, hieß es in dem Bericht. In 77 Fällen habe sich der Verdacht bestätigt. Die größte Zahl an Korruptionsfällen habe es in Ost-Asien und im Pazifik-Raum gegeben. Zwischen 1999 und 2004 waren 300 Unternehmen und Einzelpersonen wegen Korruption und Betrugs von den Auftragslisten der Weltbank gestrichen worden. (APA/Reuters)

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    foto: standard/christian fischer
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