Slovak Airlines beschließt Konkurs

7. März 2007, 12:51
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Antrag soll in den nächsten Tagen eingebracht werden - Regierung berief für Mittwoch eine Lagebesprechung ein

Bratislava/Wien - Die mehrheitlich der Austrian Airlines (AUA) gehörende slowakische Fluggesellschaft Slovak Airlines hat nun doch beschlossen, Konkurs anzumelden. Das Management der Slovak Airlines habe den Konkurs beschlossen, der Antrag werde aber erst in den kommenden Tagen oder in der kommenden Woche eingebracht, bestätigte AUA-Sprecherin Livia Dandrea entsprechende slowakische Medienberichte. Die AUA, der dadurch ein Schaden im zweistelligen Millionen-Bereich entstehen würde, werde dagegen rechtliche Schritte prüfen.

Lagebesprechung am Mittwoch

Der slowakische Verkehrsminister Lubomir Vazny hat nun für Mittwoch eine Lagebesprechung angesetzt. "Es handelt sich um ein Unternehmen wie jedes andere auch, also werden wir gemäß dem Handelsgesetz handeln", sagte er laut einem Bericht der slowakischen Nachrichtenagentur TASR. Die Situation könne allerdings immer noch geklärt werden.

Streit um Alt-Schulden

Die AUA, die 62 Prozent an der Slovak Airlines hält, hatte zuletzt zwei der insgesamt drei Flugzeuge der slowakischen Airline eingezogen, die sie an die Slovak Airlines verleast hatte, um "das Konzern-Eigentum sicherzustellen". Die AUA begründete den Schritt damit, dass die slowakische Regierung sich bisher beharrlich geweigert habe, Altschulden der Slovak Airlines in Höhe von knapp sechs Mio. Euro wie vereinbart zu übernehmen. Nach slowakischen Angaben geht es um einen Streitwert von 171 Mio. Kronen (4,85 Mio. Euro).

Die Slovak Airlines hatte zunächst Konkursabsichten dementiert.

Die AUA hatte der slowakischen Tochter bereits mit Jahresbeginn den Geldhahn zugedreht. Ende 2006 war erwartet worden, dass der AUA aus einer Insolvenz der Tochter ein Schaden von rund 13 Mio. Euro erwachsen würde. Diese Zahl könnte bis zu einer endgültigen Verfahrenseröffnung noch höher werden.

Privatisierung

Nach Darstellung der AUA hatte sich Bratislava bei der Privatisierung der Slovak Airlines im Jänner 2005 verpflichtet, die bestehenden Schulden der maroden Airline zu übernehmen. Die jetzige Regierung in Bratislava will diese - von der Vorgängerregierung vertraglich fixierte - Schuldenübernahme von Brüssel überprüfen lassen. Die Österreicher fühlten sich dem Vernehmen nach aber schon zu lang hingehalten. Im Fall einer Insolvenz blieben diese Altschulden somit vorausschtlich weiter indirekt bei der AUA hängen. Für diesen Fall wurde bereits das Beschreiten des Rechtswegs angekündigt. Über den Erfolg einer solchen Klage in der Slowakei gab es zuletzt aber schon geteilte Meinungen.

Fluglinie hat kein Flugzeug mehr

Der Slovak Airlines steht nun kein Flugzeug mehr zur Verfügung. Die slowakische Wirtschaftszeitung "Hospodarske noviny" berichtet, die Slovak Airlines habe den Reisebüros versichert, man werde die gebuchten Charterflüge dennoch durchführen können.

"Die Firma hat keine positive Zukunft mehr", sagte SA-Vorstandschefin Christiane Böhm-Mayer gegenüber dem Internetportal eTrend. Die Entscheidung, den Konkurs einzureichen, sei am Freitag gefallen, am Montag wurde das SA-Personal informiert. (APA)

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