EU: Sieben fette Agrar-Jahre

7. März 2007, 14:31
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Studie prognostiziert Wachstum und Einkommenszuwachs

Brüssel - Die Landwirtschaft in der EU wird in den nächsten sieben Jahren bis 2013 in den meisten Segmenten wachsen, die bäuerlichen Einkommen steigen in den Mitgliedstaaten in diesem Zeitraum im Schnitt um real 23 Prozent. Das ist das Ergebnis einer Studie, die am Montag von der EU-Kommission vorgestellt wurde.

Der Getreidesektor soll "moderat zulegen", verantwortlich dafür wäre der steigende Bedarf an Bioethanol und Biomasse als Treibstoffersatz. Der Bedarf an Futtermittel aus Getreide werde hingegen leicht zurückgehen, prognostiziert die EU-Kommission. Ein Problem sehen die Agrarexperten in den strukturellen Überschüssen von Mais in Bulgarien, Ungarn, Rumänien und der Slowakei. Bis 2013 würden sich die Überschüsse, die in "öffentliche Vorratshaltung" wanderten, auf 18 Millionen Tonnen summieren.

Der Bereich der Ölsaaten soll von der Nachfrage nach alternativen Treibstoffen besonders profitieren – allerdings werden die in der EU angebauten Mengen nicht ausreichen: Die EU bleibt auch in den kommenden sieben Jahren ein Nettoimporteur von Ölsaaten.

Der Zuckermarkt ist nach Meinung der Brüsseler Experten nach der Zuckermarktreform in einer Übergangsphase. Der Markt würde unter sehr hohen Lagerbeständen leiden, dazu kämen Unsicherheiten beim Aufbau der Bioethanol-Industrie. Erst 2010 soll der Zuckermarkt zwischen heimischer Produktion, Exporten und Importen aus Entwicklungsländern ausbalanciert sein.

Mehr Fleisch pro Kopf

Entgegen aktueller Trends zu mehr Gemüse soll der Fleischverbrauch in den alten 25 Mitgliedsländern von 85,3 Kilogramm auf 86,6 Kilogramm steigen. Dabei bleibt Schweinefleisch mit einem Anteil von 50 Prozent unangefochten Marktführer, gefolgt von Geflügel mit 27 Prozent. Hier bleibe jedoch die weitere Entwicklung bei der Hühnergrippe abzuwarten. Bisherige Krisen hätten jedoch nur kurzfristige Änderungen im Verbrauchsverhalten gezeigt. Leichte Rückgänge werde es im Milchbereich geben, sagen die Studienautoren voraus: Der Bestand an Tieren werde in der EU von 24,9 auf 22,5 Mio. fallen. Der Trend zu höher wertigen Produkten wie Käse werde aber auch den Milchbauern Einkommenszuwächse bringen. Gentechnik-Petition

Eine Million Europäer fordert eine Kennzeichnung von Milch, Fleisch, Eiern und anderen Produkten von Tieren, die mit gentechnisch-veränderten Organismen (GVO) gefüttert wurden. Greenpeace überreichte in Brüssel eine entsprechende Petition an EU-Gesundheitskommissar Markos Kyprianou. (Michael Moravec, Brüssel, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 6.2.2007)

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