Deutsche Telekom muss Sparkurs verschärfen

16. März 2007, 13:28
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Mitarbeiter sollen ausgegliedert werden

Wien – Der neue Chef der Deutschen Telekom will möglicherweise mehr als die bisher geplanten 45.000 Service-Mitarbeiter in konzerneigene Gesellschaften ausgliedern. "Es könnten auch mehr als 45.000 Mitarbeiter werden, weil es mir lieber ist, diesen Menschen eine Perspektive zu geben, als die Stellen abbauen zu müssen", sagte René Obermann der Bonner Zeitung General-Anzeiger. Mit der Gewerkschaft will die Telekom über längere Arbeitszeiten und geringere Löhne und Gehälter für die von der Ausgliederung betroffenen Mitarbeiter der Festnetzsparte T-Com verhandeln.

"Die Alternative hieße outsourcen beziehungsweise abbauen, dann doch lieber die Mitarbeiter innerhalb des Konzerns halten, indem wir mit dieser Maßnahme die Produktivität deutlich steigern und die Kosten senken", so Obermann. Die Personalkosten seien ein erheblicher Wettbewerbsnachteil. Im deutschen Festnetzgeschäft schlügen sie mit fast 25 Prozent zu Buche. Insgesamt will der Konzern bis 2010 bis zu fünf Milliarden Euro einsparen. Erst vor einer Woche hatte Obermann die Gewinnprognose für 2007 gesenkt, weil der Wettbewerb am inländischen Markt im Festnetz- wie im Mobilfunkgeschäft der Telekom zusetzt.

Gewerkschaftsprotest

Die Gewerkschaft Verdi hat davor gewarnt, den steigenden Wettbewerbsdruck auf dem Rücken der Mitarbeiter auszutragen, und mit Widerstand gedroht. "Wir haben immer sozialverträgliche Lösungen gefunden und streben das auch zukünftig an", sagte Obermann. "Unser Ziel lautet, die Kosten pro Arbeitsstunde zu senken, nicht unseren Mitarbeitern einfach 40 oder 50 Prozent ihres Einkommens wegzunehmen." Die Telekom wolle auch in Zukunft auf betriebsbedingte Kündigungen verzichten. "Eine Garantie dafür kann ich aber nicht geben", sagte Obermann. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 6.2.2007)

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