Fellner: "Er war einer der Größten"

5. März 2007, 13:39
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Medienbranche äußert Betroffenheit und Wertschätzung - "News": "Alfred, wir werden dich immer vermissen" - "profil" ist sehr traurig - "Kurier": "Ein wirklich Wichtiger in der Medienbranche"

Mit großer Betroffenheit hat die heimische Medienbranche am Montag auf die Nachricht vom Ableben des "News"-Herausgebers Alfred Worm reagiert. "Er war in seiner Arbeit unbestechlich, gleichzeitig aber ein liebenswürdiger und hilfsbereiter Kollege, der sich auch den privaten Sorgen und Nöten der Mitarbeiter angenommen hat", würdigten ihn seine Kollegen von der "News"-Redaktion. Mit seinem Wirken habe er "wesentlich zu einem besseren politischen Klima in Österreich beigetragen" - "Alfred, wir werden dich immer vermissen", hielten die Kollegen fest.

Fellner: "Er war einer der Größten"

"Österreich"-Herausgeber Wolfgang Fellner, den mit Worm eine langjährige Freundschaft verband, reagierte "schockiert", aber nicht all zu überrascht. Bei seinem letzten Treffen mit Worm am vergangenen Donnerstag habe er den akut schlechten Gesundheitszustand des 61-Jährigen bemerkt und versucht, ihn zu einem Arztbesuch zu überreden, schilderte Fellner der APA. "Ich war ja in gewisser Weise sein medizinisches Gewissen." Fellner hatte seinem Freund vor Jahren einmal "das Leben gerettet", wie Worm später in diversen Interviews berichtete. Der "News"-Gründer hatte den Journalisten unter einem Vorwand ins Krankenhaus geschickt, wo dieser - anders als diesmal - in letzter Minute vor einem Herztod gerettet werden konnte.

"Worm war sicherlich einer der bedeutendsten Journalisten Österreichs - nur gleichzusetzen mit einem Hugo Portisch oder einem Peter-Michael Lingens", sagte Fellner. Worm habe sich selbst immer "als kleiner Aktenabschreiber" bezeichnet - "in Wahrheit war er einer der Größten. Politisch, unbestechlich, unbeugsam."

"profil" ist sehr traurig

Erschüttert zeigte sich auch Christian Rainer, Chefredakteur des "profil", für das Worm knapp 20 Jahre tätig war. "Worm blieb auch in seiner Zeit bei 'News' immer einer von uns, ein Teil unserer Identität. Wir sind sehr traurig. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie." Seine Wertschätzung für den Verstorbenen äußerte auch "Kurier"-Chefredakteur Christoph Kotanko: "Alfred Worm war ein wirklich Wichtiger in der Medienbranche, in der es vor Wichtigtuern wimmelt."

Bestürzung bei Grunder+Jahr

"Wir sind über den plötzlichen Tod von Alfred Worm bestürzt", erklärte "News"-Beiratsvorsitzender und Gruner+Jahr-Vorstand Torsten-Jörn Klein. "Mit ihm verliert die Verlagsgruppe News ihren besten Journalisten, und wir alle trauern um einen großartigen Menschen und Kollegen." (APA)

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