Kernel 2.6.20: Zwischen Virtualisierung und Playstation 3

26. April 2007, 14:29
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Neue Version des Linux-Kerns veröffentlicht - Verbesserungen beim Software Suspend und beim IO-Accounting

In den zwei Monaten seit der letzten Kernel-Release sind dieses mal eine ganze Reihe grundlegender Verbesserungen im Linux-Kern zusammengekommen: Highlight des Kernel 2.6.20 sind wohl die verschiedenen Ansätze zur Unterstützung von Virtualisierung.

Hypervisor

So wird etwa die von XenSource und VMWare gemeinsam entwickelte Schnittstelle paravirt_ops aufgenommen, die eine fixe Anbindung für die diversen Hypervisor der einzelnen Virtualisierungslösungen bieten soll. Zusätzlich lässt sich damit auch ein und der selbe Kernel sowohl paravirtualisiert als auch nativ einsetzen.

KVM

Jenseits davon hat der Kernel 2.6.20 eine eigene schmale Virtualisierungslösung spendiert bekommen: Die Kernel-Based-Virtual-Machine (KVM) bedient sich der Virtualisierungsmöglichkeiten in aktuellen Intel- und AMD-Prozessoren.

Debugging

Vor allem für EntwicklerInnen interessant ist die sogenannte "Fault Injection". Über das Debugging-Feature ist es möglich den Kernel zu Fehlern zu veranlassen, um zu sehen, wie der eigene Code darauf reagiert.

Optimierungen

Spürbarer für die BenutzerInnen sind hingegen die Optimierungen für x86-Systeme, die die Performance des Systems - wenn auch nur in geringem Ausmaß - verbessern sollten. Mit einer neuen Version des IO-Accounting soll auch dieses künftig flotter zu Werke gehen.

Suspend

Zu den verbesserten Bereichen des Kernels zählt weiters der Software Suspend, der nun auch mit Swap-Files zurecht kommt und auf Systemen mit mehr als 1 GByte Speicher weniger fehleranfällig als bisher sein soll. Gänzlich neu ist die Unterstützung einer weiteren Plattform: Sony selbst hat die Patches für die Playstation 3-Unterstützung eingebracht, auch wenn man darauf hinweist, dass diese derzeit noch nicht komplett ist, und einige zentrale Bereiche weiterhin fehlen.

Überblick

Dazu kommen ein generischer HID-Layer - bisher war dieser auf das USB-Subystem beschränkt - und jede Menge neuer Treiber und Bugfixes. Der Kernel 2.6.20 kann in Form des Source Codes von der Seite des Projekts heruntergeladen werden, detailliertere Informationen finden auf Kernelnewbies. (apo)

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