Karriere beim Film

18. Juli 2000, 15:08

Vera, die jüngste aus der Tschechowa-Dynastie Vera wird 60 Jahre alt

Frankfurt/Main - Einst hatte der Name Tschechowa einen besonderen Klang im deutschen Film. Denn Olga Tschechowa, die im Kaukasus geborene Schwiegertochter des berühmten russischen Dichters Anton Tschechow, gehörte vor dem Zweiten Weltkrieg zu den glanzvollsten Darstellerinnen der UFA. Auch ihre früh verstorbene Tochter Ada machte als Schauspielerin und Filmmanagerin von sich reden. Aus Adas Ehe mit einem Arzt stammt jene Vera Tschechowa, die am 22. Juli 60 Jahre alt wird.

Fast zwangsläufig war auch die Dunkelhaarige den Weg vor die Kamera gegangen. Doch als Vera in ihren besten Jahren war, geriet der einheimische Film in seine schwerste Krise. Auch für dieses Talent war dann kaum mehr Platz. Das Mädchen mit dem großen Namen bekam noch während ihrer Ausbildung zur Schauspielerin ihre erste Kinorolle als süße 17-Jährige in der Heinz-Erhardt-Komödie "Witwer mit fünf Töchtern".

Leinwanderfolg

Weitere Filme folgten, parallel erwarb sich die ehrgeizige junge Frau Praxis und Ansehen auf etlichen deutschsprachigen Bühnen. 1962 feierte Vera in Herbert Veselys ambitionierter Böll-Verfilmung "Das Brot der frühen Jahre" ihren größten künstlerischen Leinwanderfolg. Er brachte ihr im selben Jahr einen Bundesfilmpreis ein. Allerdings war der Film kein Publikumserfolg. Und es war die Zeit der Krise der deutschen Kinobranche. Auch Vera Tschechowa suchte damals Unterschlupf in Fernsehrollen.

Produktionsfirma

1967 heiratete sie den bekannten Kollegen und Regisseur Vadim Glowna. Mit ihm zusammen gründete sie 1980 eine Produktionsfirma, die Glownas Regiearbeiten, darunter Streifen wie "Desperado City" und "Dies rigorose Leben", herstellte. Immer wieder war der jüngste Spross der Tschechowa-Dynastie auf dem Bildschirm zu sehen, eine auch mit wachsendem Lebensalter weiterhin attraktive Frau mit jener erotischen Unergründlichkeit, die ihrer Großmutter beim Stumm- wie beim Tonfilm einst so begehrt gemacht hatte. Nach der Trennung von Glowna 1991 trat Vera auch als Regisseurin und Drehbuchautorin in Erscheinung. Vor der Kamera steht sie leider kaum noch. Aber ganz vergessen ist sie noch nicht. (APA)

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