Pulverfass US-Schulden

2. Juli 2007, 16:30
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Vom Niedergang des amerikanischen Weltreichs und der Entstehung einer globalen Finanzkrise

Die riesige Schuldenwirtschaft der USA ist immer wieder Grund für Hiobsbotschaften, was die weltweite Finanzstabilität betrifft. Für die beiden Autoren, die Finanzexperten Bill Bonner und Addison Wiggin, grenzt es an ein Wunder, dass die kriegerischen Abenteuer der USA, der riesige Militäretat und die enorme Auslandsverschuldung in Höhe von rund 2500 Milliarden Dollar noch zu keinem Kollaps der US-Wirtschaft geführt haben.

Anhand zahlreicher Fakten führen die Autoren an, dass die USA auf einem Pulverfass sitzen: Konsum auf Pump, Immobilienspekulation und historisch niedrige Sparquote lassen den US-Schuldenberg auch innerhalb des Landes nicht kleiner werden.

Leider sehen sich die beiden Autoren auch als Historiker und müssen die Schuldenproblematik der USA mit den Theorien über Aufstieg und Fall großer Imperien in der Geschichte verknüpfen. Bis zur Seite 300 handelt das Buch deshalb nicht über Das Schuldenimperium, wie der Titel eigentlich verspricht, sondern zieht Vergleiche bis hin zu den venezianischen Dogen oder Napoleons Russland-Feldzug. Erst im letzten Drittel erhält der Leser das, was ihm der Buchtitel verspricht, dann aber saftig. Mit spitzer Feder und Hang zu Sarkasmus wird geschildert, wie bedrohlich der Schuldenberg bereits ist. (ruz, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 5.2.2007)

  • Bill Bonner, Addison Wiggin: Das Schuldenimperium. Vom Niedergang des amerikanischen Weltreichs und der Entstehung einer globalen Finanzkrise. Riemann Verlag 2006, Euro 21,60.
    foto: riemann verlag

    Bill Bonner, Addison Wiggin: Das Schuldenimperium. Vom Niedergang des amerikanischen Weltreichs und der Entstehung einer globalen Finanzkrise. Riemann Verlag 2006, Euro 21,60.

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