Schönborn über Klinik "empört" - Aber keine Exkommunikation Lugners

2. März 2007, 11:33
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Diskussion um Abtreibungen in Lugner City - Friedensangebot des Baumeisters an Laun: Einladung zu Wallfahrt

Wien - Der Wiener Erzbischof Christoph Schönborn hat sich empört und erschüttert über die neue Abtreibungspraxis im Einkaufszentrum "Lugner City" gezeigt. "Die Vernichtung von Leben darf nicht banalisiert und wie eine Einkaufstour gewertet werden", sagte Schönborn der "Neuen Kronen Zeitung" (Montag-Ausgabe). Er habe Baumeister Richard Lugner persönlich ins Gewissen geredet, aber nicht in Betracht gezogen, ihn zu exkommunizieren, so der Kardinal nach Angaben der Zeitung.

Schönborn wollte die Aussage des Salzburger Weihbischofs Andreas Laun nicht kommentieren, Lugner habe sich durch die Zulassung des sexualmedizinischen Zentrums in seinem Einkaufszentrum selbst aus der Kirche ausgeschlossen. Lugner müsse sich aber die "Gewissensfrage" stellen, ob Leben und Tod auf diese Weise banalisiert werden dürfen, "selbst wenn er sagt, keinen Einfluss auf eine Schließung dieser Praxis nehmen zu können", so Schönborn. Auch müsse erlaubt sein, dass Menschen gegen die Praxis demonstrieren.

Strikte Ablehnung von Schwangerschaftsabbruch

Der Erzbischof bekräftigte die strikte Ablehnung des Schwangerschaftsabbruchs durch die katholische Kirche. "Alles, was man über Abtreibung wissen muss, steht im 5. Gebot (Du sollst nicht töten, Anm.)", so Schönborn. Das Leben beginne mit der Verschmelzung von Ei- und Samenzelle, "auch ungeborene Kinder sind Menschen, die man nicht töten darf".

Der Kardinal wies auch darauf hin, dass die Zahl der Abtreibungen durch die Verhütung nicht geringer geworden sei. Dass Frauen heute keine Kinder in die Welt setzen wollen, lässt der Kardinal nicht als Argument gelten. "Unsere Mütter und Großmütter haben so viele Kinder unter wesentlich härteren Bedingungen geboren und aufgezogen. Es ist möglicherweise eine Krankheit der Zeit, so etwas wie eine Glücks- und Wohlstandsgarantie zu erwarten."

Schönborn verurteilte aber auch die Stigmatisierung un- oder außerehelich geborener Kinder durch die Kirche. Eine aktivere Rolle bei der Hilfe für diese Menschen stünde auch vielen Priestern gut zu Gesicht, zitiert die "Kronen Zeitung" den Sohn einer allein erziehenden Mutter. Heute sei die Toleranz solchen Fällen gegenüber zwar größer, "aber auch die Vereinsamung", sagte Schönborn.

Lugner will "launigen Bischof" doch nicht klagen

Lugner sieht indessen nun doch von einer Klage gegen den Salzburger Weihbischof Andreas Laun ab. Er mache "dem 'launigen' Bischof" ein Friedensangebot, sagte Lugner am Sonntag: "Ich lade ihn zu einer Wallfahrt nach Mariazell ein."

Eine Klage wegen Rufschädigung hätte er zwar gewonnen, glaubt Lugner, der Baumeister zeigte sich aber versöhnlich: "Der liebe Gott sagt, wenn dir einer auf die Wange schlägt, halte auch die andere hin. Das sollte Laun auch beherzigen."

Der Streit zwischen dem Kleriker und dem sehr weltlich orientierten Katholiken Lugner hatte sich am neuen sexualmedizinischen Zentrum in der Lugner City entzündet. Da dort auch Abtreibungen durchgeführt werden, hatte Laun am Freitag in Berufung auf den Katechismus erklärt, Lugner habe sich selbst aus der katholischen Kirche ausgeschlossen und sei damit "exkommuniziert". Dieser protestierte und kündigte eine Klage an. (APA)

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    Eine Klage wegen Rufschädigung hätte er zwar gewonnen, glaubt Baumeister Lugner, doch klagen will er nun nicht. Sondern die andere Wange hin halten - was er auch von Laun fordert.

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