Nur Malysz schlägt Schlierenzauer

10. März 2007, 18:34
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Der Pole war auch beim zweiten Springen in Titisee-Neustadt nicht zu bezwingen - Innauer hervorragender Fünfter

Titisee-Neustadt - Adam Malysz war am Wochenende in Titisee-Neustadt der Dominator der Skisprung-Szene. Der 29-jährige Pole kürte sich zum Doppelsieger und feierte die Weltcupsiege 31 und 32. Doch dahinter zeigten die Österreicher mit Rang zwei durch Andreas Kofler am Samstag bzw. Gregor Schlierenzauer am Sonntag, welch starke Mannschaft der Team-Olympiasieger auch in der WM-Saison aufbieten kann. Und dies, obwohl Doppel-Olympiasieger Thomas Morgenstern und Team-Olympiasieger Martin Koch vorzeitig hatten abreisen müssen.

Innauer "man of the day"

"Ich bin sehr zufrieden mit der mannschaftlichen Leistung. Das war eindrucksvoll, die Mannschaft hat sich mit Herz präsentiert", freute sich ÖSV-Cheftrainer Alexander Pointner, für den der Sonntag-Bewerb einer der besten Wettkämpfe der Saison war. Nicht nur die Rückkehr des vierfachen Saisonsiegers Schlierenzauer auf das Podest, auch die konstant ansteigende Formkurve des ebenfalls erst 17-jährigen Mario Innauer (5.) gibt Anlass zu Freude. "Der Mario wurde heute als bester nicht vorqualifizierter Springer zum "man of the day" gewählt, das sagt auch schon einiges."

Schlierenzauer hat mit einem ausgezeichneten zweiten Sprung am Samstag wieder seinen alten Sprung-Rhythmus gefunden. "Das war für ihn der Turn-around. Er hat das Ruder herumgerissen, das ist mehr wert als ein ein Sieg." Auch Wolfgang Loitzl (7. und 8.) und Andreas Kofler (2./7.) haben sich für die Nordischen Weltmeisterschaften in knapp drei Wochen empfohlen.

Doppelsieg für Malysz

Und eben auch Malysz, der den Sonntagbewerb exakt zwölf Punkte vor Schlierenzauer gewann. Dritter wurde der immer stärker werdende Russe Dmitrij Wassilijew. Der nach dem ersten Durchgang noch zweitplatzierte Mario Innauer fiel zwar auf Platz fünf zurück, sorgte aber für sein bisher bestes Weltcup-Resultat. Andreas Kofler (7.) und Wolfgang Loitzl (8.) komplettierten das ausgezeichnete ÖSV-Ergebnis, Martin Höllwarth landete auf Platz 22. Nur Arthur Pauli (39.) war im Finale der Top 30 nicht dabei.

Die beiden immer noch an einer Gürtelrose leidenden Thomas Morgenstern und Martin Koch waren nach dem Samstagbewerb aus dem Weltcup genommen und nach Österreich gebracht worden. Morgenstern erlitt auf Grund seines geschwächten Immunsystems eine zusätzliche Infektion. Beide Kärntner werden vor der WM keinen Weltcup mehr bestreiten. "Morgenstern ist fix bei der WM dabei, er braucht die zwei Wochen zur Regeneration, damit er auch die Flugstrapazen nach Japan gut übersteht", so Pointner. Auch Koch bleibt für die WM ein Thema, doch es wird auch von den Leistungen der anderen Springer sowie seiner gesundheitlichen Entwicklung abhängen. Das Team für Sapporo wird Pointner erst nach Willingen in einer Woche nominieren.

Swider wieder im Weltcup

Für die Bewerbe in Klingenthal hat Pointner durch den Ausfall der beiden Kärntner nun überraschend Andreas Widhölzl aus seiner "Auszeit" zurückgeholt. "Er hat jetzt eine Woche Abstand gehabt, war Skifahren. Er kann die Bewerbe ganz ruhig bestreiten." Laut Pointner bleibt das Kapitel WM für "Swider" aber geschlossen, egal wie gut er in den drei Bewerben auch springt.

Morgenstern und Koch werden in den nächsten beiden Tagen auf Herz und Nieren überprüft, während sich ihre Mannschaftskollegen schon am Montag auf den Weg nach Klingenthal begeben. Dort gibt es am Dienstag die Qualifikation, am Mittwoch den nächsten Weltcupbewerb.

Schlierenzauer fehlten Kleinigkeiten

Gregor Schlierenzauer war nach seiner Rückkehr auf das Weltcup-Podest sehr zufrieden. "Es taugt mir, dass ich nach meinen kurzen Formschwankungen jetzt wieder sehr gute Sprünge zeigen konnte. Es waren nur Kleinigkeiten, die nicht ganz gestimmt haben, aber das reicht in einer Sportart wie Skispringen bereits aus, dass dir die anderen davon springen", meinte der Gesamt-Zweite im Weltcup.

Auch Mario Innauer freute sich: "Im ersten Durchgang hatte ich einen hervorragenden Sprung. Der zweite war dann nicht mehr ganz so gut, aber mit dem fünften Rang konnte ich ein Spitzenresultat erreichen."

Marios Vater, Toni Innauer, freute sich gleich doppelt. "Ich bin sowohl als Nordischer Direktor, wie auch als Vater sehr stolz auf das, was unser Team hier in Neustadt abgeliefert hat. Mit Andi Kofler und Mario haben es zwei weitere Springer in die Topränge geschafft. Der Fahrplan, den Alex Pointner und sein Team in Richtung WM eingeschlagen haben, lässt mich sehr zuversichtlich in die kommenden Wochen blicken." (APA)

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