Rumpold will Vertrag mit EADS "aufklären"

6. Februar 2007, 17:35
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Am Ausschusstag Mittwoch bei "lange geplantem Termin" "im Ausland" - Am Tag davor noch beim Nachtslalom in Schladming

Wien – Die Rolle der Agentur „100 % Communications“ von Gernot Rumpold, die von EADS über den Lobbyisten Erhard Steininger knapp 6,6 Millionen Euro für Eurofighter-PR und Werbung bekommen hat, interessiert den U-Ausschuss brennend. Seiner Zeugenladung am vergangenen Mittwoch, dem 31. Jänner, ist der frühere FPÖ-Bundesgeschäftsführer und spätere BZÖ-Wahlkampfleiter wegen Terminproblemen aber nicht nachgekommen, was die Abgeordneten maßlos ärgerte.

Zum STANDARD sagte Rumpold: „Eine willkürliche Einladung ist halt ein Problem, ich war terminlich verhindert.“ Er sei die ganze Zeit „im Ausland“ gewesen, wo er auch bis zum 14. Februar bleibe. Für die Zeit danach habe er dem Ausschuss aber drei Tage genannt, an denen er sehr wohl kommen könnte und auch zur Aussage bereit sei.

Am Dienstag, also am Tag vor seiner Zeugenladung, wurde Rumpold aber nicht im Ausland, sondern vielmehr in bester Laune beim Skifahren nahe der Schafalm in Schladming beobachtet – gemeinsam mit Freunden, mit denen er sich traditionellerweise am Tag des Nachtslaloms unter die österreichische Prominenz mischt. Der steirische Industrielle Ernst Hofmann, ebenfalls zu Gast in Schladming, bestätigte auf STANDARD-Anfrage: „Ja, ich habe ihn dort gesehen.“ Mit dieser Information erneut konfrontiert, relativierte Rumpold seine vorherige Aussage: „Ja, klar war ich am Dienstag in Schladming, und am Mittwoch bin ich ins Ausland gefahren. Das war ein lange geplanter Termin.“

"Aufklären"

Die vielen Fragen rund um den Werbevertrag mit EADS will Rumpold im U-Ausschuss jedenfalls „aufklären“. Es gebe keine verschwundenen Gelder. Rumpold: „Das war ein ganz normaler Werbeauftrag, der Projekt für Projekt abgearbeitet wurde.“ (Michael Bachner und Barbara Tóth, DER STANDARD, Printausgabe 3./4.2.2007)

  • Gernot Rumpold: wegen „Terminproblemen“ nicht im U-Ausschuss.
    foto: cremer

    Gernot Rumpold: wegen „Terminproblemen“ nicht im U-Ausschuss.

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