Rauchverbot an Unis "Augenauswischerei"

20. Oktober 2007, 13:13
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Trotz Rauchverbots im öffentlichen Raum werde an Unis weiter gequalmt, kritisiert Studi-Initiative "Rauchfrei Studieren"

Wien - Seit 1. Jänner 2005 gilt ein generelles Rauchverbot im öffentlichen Raum. An den österreichischen Universitäten wird laut der Initiative "Rauchfrei Studieren" aber dennoch fleißig gequalmt. "Es gibt überhaupt keine Strafen und Sanktionsmöglichkeiten", kritisierte Bernhard Herzog, Gründungsmitglied der Initiative, im APA-Gespräch. Das geltende Rauchverbot sei nur "Augenauswischerei". Bestraft werden könne seit 1. Jänner lediglich das Fehlen von Verbotsschildern.

Man habe keine Möglichkeit einzuschreiten, wenn jemand vor Hörsälen, in der Mensa oder bei Bibliotheken zum Glimmstängel greife, erzählte Herzog. "Wir können nur betteln." Studenten würden unter den Bannern qualmen, die das Rauchverbot deklarieren.

Die Entfernung der Aschenbecher habe zur Folge, dass Zigarettenstummeln und Asche am Boden landen, beschrieb er die Situation an den Universitäten. In Mistkübeln sollen die weggeworfenen Glimmstängel immer wieder kleine Brände verursachen.

Keine Lüftungen

"Es gibt keine Lüftungen an Universitäten", sagte der Mitbegründer der Initiative, die ein generelles Rauchverbot an Universitäten anstrebt. Anders als in Einkaufszentren wäre eine derartige Einrichtung in vielen der alten Gebäude auch unmöglich. Schlimm sei die Situation vor allem an Fakultäten im Osten Österreichs, so Herzog. In Linz gebe es nach wie vor offene Raucherzonen, bei denen lediglich rote Linien am Boden die Nichtraucher von qualmenden Studenten trennen.

Als Problemzonen gelten auch die Gänge vor der Hauptbibliothek der Universität Wien und das Wiener Juridicum. Dort störe der Griff zum Glimmstängel die Nichtraucher besonders bei Pausen in der Mensa, erläuterte Herzog. Problematisch seien in der Kantine aber nicht nur die rauchenden Gäste, sondern auch der Qualm, der aus anderen Gebäudeteilen durch die nach allen Seiten offene Mensa ziehe.

Besser funktioniert die Einhaltung des Rauchverbots in den Universitäten in Salzburg, Innsbruck und Klagenfurt, berichtete Herzog. Dort wurden von den Fakultäten selbst Maßnahmen zur Einhaltung der Regelung ergriffen: Rauchmelder oder Sicherheitsbeamte sorgen dafür, dass Studenten im Gebäude nicht zur Zigarette greifen. In Klagenfurt wiederum werden Rauch-Sünder auf einer Liste vermerkt. (APA)

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