Russland: Massengrab junger Frauen entdeckt

15. März 2007, 16:45
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Opfer waren laut Staatsanwaltschaft hauptsächlich Prostituierte - In Russland verschwinden jährlich tausende Mädchen spurlos

Moskau - Ein Massengrab mit den Leichen von etwa 30 jungen Frauen ist im russischen Ural-Gebiet entdeckt worden. Viele der Opfer im Alter zwischen 13 und 26 Jahren seien Prostituierte gewesen, teilte die Staatsanwaltschaft in der Stadt Jekaterinburg, 1.400 Kilometer östlich von Moskau, am Freitag mit. Die Polizei habe eine Gruppe von acht Männern festgenommen. Die Behörden vermuten, dass die in den Jahren 2002 bis 2005 verschwundenen Frauen sterben mussten, weil sie Zeuginnen von anderen Verbrechen waren.

Verdächtige waren Bordell-Besitzer

Die Leichen der Mädchen seien über Jahre zu der abgelegenen Stelle im Wald gebracht und nur notdürftig verscharrt worden. BewohnerInnen einer Siedlung aus Wochenendhäusern seien von einem Hund zum Massengrab geführt worden. Nach ersten Erkenntnissen betrieben die tatverdächtigen Männer ein Bordell in der Stadt Nischni Tagil. Einer der Kriminellen soll in den Dörfern der Umgebung Mädchen falsche Versprechungen gemacht und sie dann zur Prostitution gezwungen haben.

In Russland verschwinden jedes Jahr tausende junge Frauen spurlos. Viele von ihnen brechen den Kontakt zu ihren oftmals durch Alkohol oder Krankheiten zerrütteten Familien ab, um in Moskau oder anderen Großstädten ihr Glück zu suchen. Ein Teil der jungen Frauen gerät ob der schwierigen ökonomischen und sozialen Verhältnisse in die Fänge von MenschenhändlerInnen und wird zur Prostitution in Europa oder in asiatischen Ländern gezwungen. (APA/dpa)

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