Himmelsstiege zur Wetterkreuzkirche

    2. Februar 2007, 17:00
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    Donau-Blicke von Schiff- und Spatzenberg zeigen unter anderem das Stift Göttweig, das Tullnerfeld und das Weinviertel

    Die Wetterkreuzkirche auf dem Schiffberg bei Hollenburg an der Donau steht vermutlich an der Stelle eines alten Kultplatzes, an dem im 15. Jahrhundert – wohl zur Paralysierung des Heidnischen – ein Kreuz errichtet wurde, das man später durch eine Kapelle und dann durch eine Kirche ersetzte. Das kleine Gotteshaus zieht die Blitze an und wurde schon einige Male Opfer eines Gewitters.

    Der Platz galt immer schon als hervorragender Aussichtspunkt, bietet nun aber wegen der zu hoch gewordenen Bäume nur noch eine beschränkte Fernsicht. Das allerdings wird bei weitem durch die vielen freien Flächen auf der Runde über Spatzen- und Schiffberg ausgeglichen, die eine herrliche Sicht auf die Donau, das malerische Stift Göttweig, über das Tullnerfeld zum Weinviertel und zum Beginn der Wachau bei Krems gewähren.

    Kastell und Mühle

    Eine Informationstafel gibt Auskunft über die Geschichte der Kirche. Hollenburg war einst ein römisches Kastell, wurde erstmals 895 als Holenburg erwähnt und erhielt im 13. Jahrhundert eine Burg, von der aber nicht mehr viel erhalten ist. 1864 entstand eine Marktmühle, deren Wasserrad über zehn Meter Durchmesser hatte und als das größte in ganz Niederösterreich galt.

    Die Runde ist durch die vielen Aussichtsflächen überaus abwechslungsreich und verlangt keine besondere Kondition. Nur ein kurzer Abstieg über die „Nußdorfer Himmelsstiege“ ist steil und mitunter etwas rutschig. Die Markierung ist nicht immer optimal.

    Die Route: Vom westlichen Ortsende Hollenburgs geht es ein kurzes Stück auf der Straße Richtung Krustetten, bei der zweiten Rechtskurve hält man sich (Wegweiser Wetterkreuz, hie und da gelbe Marken) geradeaus. Bald erreicht man eine rote Markierung, der man nach rechts bis Krustetten folgt. Gehzeit eine Stunde.

    Man quert den Ort und wendet sich von der Nußdorfer Straße in die Obere Waldgasse. Die grüne Markierung führt über die flache Kuppe des Spatzenbergs hinweg zu den Weingärten oberhalb von Nußdorf. Ab Krustetten eine Stunde. Fast direkt am Waldrand wechselt man nach links auf die rote Markierung, quert einen Rücken und erreicht über die Nußdorfer Himmelsstiege die Wetterkreuzkirche. Gehzeit ab der roten Markierung eine Dreiviertelstunde.

    Nun geht es auf dem asphaltierten Güterweg bergab, bei der zweiten Rechtskurve wechselt man auf die gelbe Markierung und gelangt durch einen Hohlweg und Weingärten zurück nach Hollenburg. Gehzeit ab Wetterkreuzkirche eine halbe Stunde. (Bernd Orfer/Der Standard/Printausgabe/3./4.2.2007)

    Gesamtgehzeit 3 ¼ Stunden, Höhendifferenz knapp 300 m. Gasthaus und Heurige in Krustetten. Bundesamtskarte 1:25.000 oder 1:50.000, Blatt 38 (Krems); Karte Mostviertler Wanderschritte, Maßstab 1:40.000
    • Das Stift Göttweig.
      foto: stift göttweig

      Das Stift Göttweig.

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      grafik: der standard
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