Deutsche Zentrale in Köln durchsucht

9. März 2007, 12:01
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Affäre um Strabag-Subfirmen: Müssen klären, bis zu welcher Konzernebene Wissen vorhanden war

Dresden - Die Staatsanwaltschaft Chemnitz hat ihre Ermittlungen wegen des Verdachts auf Korruption und Millionenbetrügereien beim Bau der Autobahn A 72 (Chemnitz - Hof) ausgeweitet und am Donnerstag auch die deutsche Zentrale des österreichischen Baukonzerns Strabag in Köln durchsucht. Dies teilte die Anklagebehörde am Freitag mit. Dabei seien umfangreiche Unterlagen unter anderem der Innenrevision als Beweismaterial sicher gestellt worden.

Oberstaatsanwalt Gerd Schmidt sagte, es solle geklärt werden, bis zu welcher Ebene Verantwortliche des Konzerns möglicherweise von kriminellen Machenschaften gewusst hätten. Die Strabag hat in ihren bisherigen Stellungnahmen Korruptionsvorwürfe zurückgewiesen und ihre Zusammenarbeit mit den Ermittlungsbehörden betont.

Bereits Anfang der Woche waren, wie berichtet, in Sachsen, Hessen und Berlin mehrere Dutzend Wohnungen, Firmenräume sowie Behörden durchsucht worden. Zum Kreis der Beschuldigten gehören neben mehreren Geschäftsleuten auch zwei Mitarbeiter von sächsischen Straßenbaubehörden. Ihnen wird vorgeworfen, Schmiergelder teils in sechsstelliger Höhe im Gegenzug für Tipps im Vergabeverfahren kassiert zu haben.

Das Wirtschaftsministerium in Dresden erklärte am Freutag, gegen die Betroffenen seien inzwischen disziplinarrechtliche Ermittlungen eingeleitet worden. Angaben dazu, welche Straßenbaubehörden in den Fall verwickelt sind, wurden nicht gemacht.

Die Staatsanwaltschaft spricht von einem der größten Korruptionsfälle in Ostdeutschland seit Jahren. Durch kriminelle Geschäfte beim Bau der Autobahn sei nach bisherigen Ermittlungen ein Schaden von mindestens 27 Millionen Euro angerichtet worden. In dem Fall hatte es bereits Ende 2005 erste Festnahmen gegeben. Die beiden Hauptverdächtigen, ein früherer Strabag-Manager sowie ein Chemnitzer Geschäftsmann, stehen derzeit in Chemnitz vor Gericht.

Ins Rollen gekommen waren die Ermittlungen 2005 nach der Ermordung eines Paares aus dem sächsischen Plauen in der Dominikanischen Republik. Bei der Spurensuche in dem Mordfall waren die Beamten auf Ungereimtheiten beim Bau der Autotrasse gestoßen. (APA/Reuters)

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