Millionen-Zuschüsse für Kneissl

20. Februar 2007, 16:16
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Traditions-Unternehmen kämpft seit Jahren ums Überleben -Unterberger: "Schlechter Winter brachte ordentliche Verluste"

Innsbruck - "Ordentliche Verluste" hat der Tiroler Skihersteller Kneissl nach dem "schlechten Winter" eingefahren. Der scheidende Miteigentümer Fritz Obholzer (30 Prozent) werde Zuschüsse in einstelliger Millionenhöhe leisten müssen, sagte Haupteigentümer Fritz Unterberger am Freitag. Die Entscheidung, ob auch 24-Prozent-Eigentümer Anton Pletzer das Boot verlässt, falle in den nächsten Tagen.

Die Branche sei allgemein in einer schwierigen Situation, meinte Unterberger. Die Entscheidung Kneissl zu verlassen habe nichts mit der Übernahme der Geschäftsführung durch Andreas Gebauer zu tun. "Es ist alles ohne Streit und ohne Hader über die Bühne gegangen," gab er an. Er halte Gebauer für einen "fundierten Sanierer". Gebauer habe sich die Übernahme der Geschäftsführung zumindest bis Ende August vorbehalten. Bis dahin sollen auch die Umstrukturierungsmaßnahmen abgeschlossen sein.

Aus dem Tiroler Traditionsunternehmen wolle man eine "kleine Manufaktur mit Nischenausrichtung" machen, erklärte Obholzer in der Freitag-Ausgabe der Tiroler Tageszeitung. Kneissl kämpft seit Jahren ums Überleben. Im Oktober letzten Jahres hatte man angekündigt, die Ski-Massenproduktion in Kufstein zu stoppen. Künftig lagere man die Alpinski-Produktion zu Fischer aus, die Langlaufski-Produktion wandere zu Sporten in Tschechien und die Big-Foot-Herstellung zu Pale in Kärnten. Die Mitarbeiterzahl hat Kneissl bereits um die Hälfte, von 60 auf 30, reduziert. (APA)

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    foto: kneissl
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