Zahl der Toten bei Unruhen nach Regionalwahl steigt auf 90

22. März 2007, 16:09
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Opferzahl nach Schießereien aber noch immer unsicher - MONUC: "Bislang kein UNO-Soldat verletzt"

Kinshasa/Nairobi - In der Demokratischen Republik Kongo hat sich die Anzahl der Toten bei Unruhen im Westen des Landes auf etwa 90 erhöht. Ursache der gewaltsamen Auseinandersetzungen ist ein umstrittenes Regionalwahlergebnis.

Keine exakte Opferzahl

"Es hat an mehreren Orten in der Provinz Bas-Congo Schießereien gegeben, die Opferzahl steht noch nicht exakt fest", sagte eine Vertreterin der UNO-Mission in der Demokratischen Republik Kongo (MONUC) am Freitag in Kinshasa. "Es ist schockierend, dass eine politische Demonstration so blutig endet." Bei der Gouverneurswahl in der vergangenen Woche hatte ein Anhänger von Präsident Joseph Kabila gewonnen, obwohl die Provinz als Oppositionshochburg gilt. Es sind die größten politischen Unruhen seit der Präsidentenwahl Ende Oktober.

"Kein UNO-Soldat verletzt

Anhänger des unterlegenen Gouverneurskandidaten hatten dem Wahlgewinner Korruption vorgeworfen und zu Demonstrationen aufgerufen. Seit Mittwochabend kam es in der Hafenstadt Matadi und weiteren Orten mehrfach zu Zusammenstößen zwischen Demonstranten und Sicherheitskräften. Im Küstenort Muanda griffen Aufständische eine Polizeiwache an, töteten vier Polizisten und befreiten die Häftlinge des dortigen Gefängnisses. Außerdem wurde ein Auto der UNO-Mission in Brand gesetzt. "Wir haben 30 zusätzliche UNO-Polizisten per Hubschrauber nach Matadi entsandt, sagte die MONUC-Vertreterin. "Bislang ist kein UNO-Soldat verletzt worden."

Die ersten freien Wahlen seit mehr als vier Jahrzehnten in der Demokratischen Republik Kongo sind im vergangenen Jahr weitgehend friedlich verlaufen. Nach der ersten Wahlrunde der Präsidentenwahl hatte es im August in Kinshasa Ausschreitungen gegeben, bei denen etwa 20 Menschen getötet worden waren.(APA/dpa)

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