Virtueller Wien-Spaziergang

9. Februar 2007, 10:12
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Mithilfe von Handyfotos soll beim Projekt "WikiVienna" eine reich bebilderte 3-D-Version der Bundeshauptstadt entstehen

Spätestens seit Google Earth, dem virtuellen Globus des Internet-Suchmaschinenbetreibers, ist die Reise in die große, weite Welt per Maus-Klick für so gut wie jedermann möglich. Satelliten- und Luftbildaufnahmen unterschiedlicher Größe der Erde werden dabei mit Geodaten überlagert und zu einem digitalen Höhenmodell verarbeitet.

Rundgang

Angelehnt ans große Google-Vorbild, bietet seit dieser Woche auch die Stadt Wien digitalisierte "Spaziergänge aus der Vogelperspektive" an. Die Stadtplansuche wurde durch so genannte "Orthofotos" erweitert, die Straßenzüge, Gebäudekomplexe und Sehenswürdigkeiten detailreich erkennen lassen.

WikiVienna

Noch einen Schritt weiter in Sachen virtuelle dreidimensionale Darstellung will das Projekt "WikiVienna" gehen. Forscher des Zentrums für Virtuelle Realität und Visualisierung (VRVis), des Forschungszentrums Telekommunikation Wien (ftw) und des Ludwig-Boltzmann-Instituts für Stadtethologie wollen dabei eine reich bebilderte 3-D-Version der österreichischen Bundeshauptstadt erstellen. Eingebunden werden sollen dabei auch die Bürger und Besucher Wiens. Ihre individuellen (Handy-) Schnappschüsse, Videoschnipsel und Tondateien, sollen dem virtuellen Wien im Internet gewissermaßen das detaillierte Gesicht geben.

Grundlagen

Doch bevor das Ganze in ein Wiki-ähnliches Communityprojekt münden kann, ist in den kommenden zwei bis drei Jahren Grundlagenforschung angesagt. Zum Beispiel muss geklärt sein, wie das Handy beschaffen sein soll, mit dem die Fotos geschossen werden, was für Eckdaten für die GPS-Software des Mobiltelefons (zur einheitlichen Bestimmung des genauen Aufnahmeorts) erforderlich sind. Oder welche kritische Masse an Bildinformationen es braucht, um zu Algorithmen zu kommen, die später einmal möglichst automatisch die gewünschten 3-D-Darstellungen errechnen.

Rückgriff

Die Forscher können bei dem Projekt aber auch auf schon Vorhandenes zurückgreifen. Etwa auf ein schematisch vereinfachtes 3-D-Modell der MA41 (Stadtvermessung) zur Verkehrsplanung oder auf die Erfahrungen des Projekts "The Josefsplatz Experience". Hierbei wurde, ebenfalls mithilfe von Handyfotos, eine komplexe Rekonstruktion des Wiener Josefsplatzes realisiert. Sie ermöglicht es Einheimischen und Touristen, geleitet von einem Handy über den Platz zu spazieren, das in Echtzeit eine Simulation der historischen Umgebung zeigt. (Karin Tzschentke / DER STANDARD Printausgabe, 02.02.07)

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    Wie beim Virtualisierungsprojekt "Erlebnis Josefsplatz" soll für ganz Wien ein detailreiches 3-D-Modell erarbeitet werden, das zu virtuellen Spaziergängen einladen soll.

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