Öl-Streit: USA rufen zur Zurückhaltung auf

9. März 2007, 10:14
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Washington warnt vor gefährlichen "Missverständnissen" zwischen Zypern und der Türkei

Washington/Ankara - Die US-Regierung hat die Türkei und Zypern zu Zurückhaltung im Streit um die Exploration von Öl- und Gasvorkommen im östlichen Mittelmeer aufgerufen. Die USA wünschten, dass es nicht zu "Missverständnissen" kommen möge, die einen schweren Konflikt provozieren könnten, erklärte der Sprecher des Außenministeriums, Sean McCormack, am Donnerstagabend in Washington. Türkische Medien hatten zuvor von einem Flottenaufmarsch in dem umstrittenen Seegebiet berichtet, was der Generalstab in Ankara in dieser Form in Abrede stellte.

Jegliche Aktion zu unterlassen

"Jede der beiden Seiten sollte unbedingt jegliche Aktion unterlassen, die von der anderen falsch interpretiert werden könnte", sagte der US-Sprecher. Die Türkei hatte Ägypten und den Libanon aufgefordert, mit Zypern geschlossene Abkommen über die Suche nach Erdgas- und Erdölvorkommen auszusetzen. Die zypriotische Regierung protestierte gegen das türkische Vorgehen und pochte auf ihre Souveränitätsrechte als UNO- und EU-Mitglied. Völkerrechtlich ist die ganze Insel seit 2004 Mitglied der Europäischen Union. In dem von der Türkei besetzten Nordteil, der nur von Ankara anerkannten "Türkischen Republik Nordzypern" (KKTC), findet das Regelwerk der EU jedoch keine Anwendung. Der Führer der türkisch-zypriotischen Volksgruppe, Mehmet Ali Talat, hatte erklärt, dass die Türkei Forschungen auf dem Meeresboden in der Region um Zypern ohne türkische Genehmigung als "Kriegsgrund" einstufen würde.

Ankara will Rechte verteidigen

Die Regierung in Ankara hatte am Dienstag erklärt: "Die griechisch-zypriotische Verwaltung vertritt nicht die gesamte Insel", aus diesem Grund betrachte die Türkei Verträge wie jene mit Ägypten und dem Libanon als nicht gültig. Ankara sei entschlossen, seine "Rechte und Interessen" im östlichen Mittelmeerraum zu verteidigen, und werde keine Versuche dulden, sie zu beeinträchtigen. Zypern hatte im Mai vorigen Jahres mit der Suche nach Erdgas- und Erdölvorkommen im Meer begonnen. An diesen Explorationen nehmen norwegische und ägyptische Unternehmen teil. Mit Ägypten und dem Libanon hat Zypern Verträge unterzeichnet, um die Gebiete zu definieren, in denen die jeweilige Seite nach Erdöl oder Erdgas suchen kann.(APA/AFP)

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