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Von Thomas Mayer
Debatten über Schulferien sind hierzulande von drei Hauptfaktoren geprägt. Prioritär ist wichtig, dass 1.) die Interessen der Erwachsenen - Eltern wie Lehrer - berücksichtigt werden, 2.) die katholischen Feiertage als Fixsterne im Unterrichtsablauf anzusehen sind, 3.) der Wintertourismus maximalen Profit ziehen kann.
Die Bedürfnisse der Schüler sind nicht so wichtig. Ob der Unterricht (davon abgeleitet die Ferientage) der bestmöglichen Ausbildung wie der Gesundheit der Jugend dient, hängt davon ab, ob stockkonservative Lehrergewerkschaften, Elternverbände, Bischofskonferenz und Kommerz gut bedient wurden.
Deshalb sind die heimischen Ferien so, wie sie sind: Herbstferien, die eine relativ lange Lernperiode zwischen Sommer- und Weihnachtsferien unterbrechen würden, gibt es nicht. Dafür ist zu Fronleichnam und Christi Himmelfahrt schulfrei. Praktischerweise immer Donnerstag, damit die Schüler kurz vor Schulschluss nur ja keinen Wochenrhythmus finden! Schließlich halten wir es am Nationalfeiertag und zu Allerheiligen auch so - tolle Gelegenheit, mit schulautonomen "Zwickeltagen" (Herbst-)Ferien durch die Hintertür einzuschieben. Wozu so viel lernen/arbeiten? Semesterferien (kurz nach der Weihnachtspause) braucht das Land der Skifahrer natürlich unbedingt. Und neun superlange Wochen Sommerferien sind tabu: Irgendwann müssen sich unsere Lehrer ja erholen. Alles bestens also?
Unterricht, der auf moderne Bildungs-, Arbeits- und Familienwelten sinnvoll Rücksicht nimmt, sähe anders aus: mit Herbstferien, Ganztagsbetreuung, anderen Lehrerarbeitszeiten, flexiblen Unterrichts- oder Förderungsangeboten. Und Anspruch auf Individualurlaub. Den sollten sich Schüler nehmen können, wann sie (und ihre Eltern, Geschwister) das wollen.
Von Otto Ranftl
Fachleute, Experten, Wissende und Halbwissende, wohin der irritierte Österreicher blickt: In Schulfragen ist dieses Land gespickt voll mit Auskennern. Wenn's dann noch um Ferien geht und in der Forderung nach Reformen zeitgeistkonform Änderungswille, scheinbare Zukunftsfähigkeit und Modernität bewiesen werden können - dann hat das Land eine neue Schuldiskussion.
Klar, man muss über alles reden können. Interessant ist jedoch, dass derartige Debatten kaum jemals aus den Schulen selbst kommen. Die dort versammelten Schüler und Lehrer sind auch viel zu viel mit sich selbst beschäftigt, um sich nachhaltig der Frage von Fenstertagen widmen zu wollen.
Wer nicht ganz blind ist, wird unschwer erkennen können, dass Schulkinder im Herbst kurze Auszeiten brauchen wie ein Jogger mit Seitenstechen eine Laufpause. Und Weihnachten erst: Da kommen viele junge Leute mit heraushängender Zunge an. Semesterferien, Osterferien - da ist es nicht viel anders. Und vor allem: In gar nicht wenigen Fällen bieten diese Wochen und "Zwickeltage" Gelegenheit zu lernen.
Ja, richtig: zu lernen. Es ist natürlich eine schöne Vorstellung, die Kinder in der Schule abzugeben, täglich einmal kurz nachzufragen, ob die Hausübungen gemacht sind, ob es eine Prüfung gegeben hat, und sonst auf ein perfektes Ausbildungssystem zu vertrauen. Nur spielen tut's das halt leider selten.
Schule ist Stress. Das kann man sich wegwünschen; sie ist aber ein bisserl naiv, diese Vorstellung. Kinder sind nicht so belastbar wie Erwachsene, deshalb sollen sie mehr und längere Auszeiten haben. Mit der Erwachsenenwelt ist das halt nicht so leicht in Einklang zu bringen. Aber: Kinder sind Stress. Dem muss man sich einfach stellen, dann bewältigt man ihn auch. (DER STANDARD, Printausgabe, 2. Februar 2007)
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aber lügen wir uns nicht den Sack, wenn wir uns vorgaukeln, dass Kinder keinen Stress bedeuten??Was glauben Sie wie viele Depressionserkrankungen von Frauen mit Kindern genau daher rühren, dass sie mit dieser Erwartungshaltung "Kinder sind kein Stress" an der Realität scheitern?? Es muss daher heißen "Schule ist Stress UND Chance, Kinder sind Stress UND Chance!"
LG Tino67 (männlich, 2 Töchter (9+11) - weiß also wovon ich rede)
Die Länge hat sich bewährt. Man sollte sich vielleicht im Winter daran erinnern, wie Sommer im Juli und August aussehen. Da kann es nämlich durchaus zwei, drei Wochen lang extrem heiß sein. Da möchte ich wissen, wer bei 35 Grad in unklimatisierten Klassenzimmern sitzt oder gar Turnunterricht in unklimatisierten Turnsälen abhält (im Freien wäre es ja unmöglich, weil lebensgefährlich).
Dann würde man hitzefrei geben - und damit wäre wieder schulfrei. Oder man würde sich angesichts der Hitze auf Unterricht light beschränken - reines Alibi.
Andere Argumente: nötige Zeit für Praktika; Vermeidung des deutschen Hin-/Rückreiseverkehrs; Urlaubsmöglichkeiten der Eltern; Vorbereitung auf ev. Wiederholungsprüfungen.
Anm.: Nein, ich bin nicht Lehrer.
Das Argument mit der Hitze hinkt etwas. Die meisten Leute gehen, so es die Zeit erlaubt, an Tagen mit 35 Grad ins FREIbad. Oder rösten, ohne weiter darüber nachzudenken, an irgendwelchen Stränden. 9 Wochen Ferien sind überreichlich - 8 Wochen täten es auch, stattdessen wäre eine, für alle gültige, Woche in der trüben Saison ganz gut. Und eine Verlängerung der Osterferien wäre wohl auch positiv. Was wirklich keiner braucht, ist die autonome, oft völlig wirre Vergabe von freien Tagen.
hab matura in einer ahs gemacht und hab auch im sommer gearbeitet-insofern brauchte ich die 9 wochen,weil in unserer klasse es net erlaubt bzw geahndet wurde,die letzte schulwoche scho zum arbeiten verwenden.
die etwas längere schulperiode bis weihnachten hab ich angenehm gefunden,weil man dann mal ins arbeiten reinkommt u von den sommerferien eh noch erhohlt is.ich find es besser,wenn man hin und wieder mal ein verlängertes wochenende hat um es in der tat, wie es schon kritischer punkT sagte, zum nachlernen braucht.
abgesehen davon, kann man bitte mal aufhörn, in jeder debatte darauf hinzuweisen, daß die ferien ja nur für die Lehrer "da sind".es steht jedem frei diesen beruf zu wählen,wenn man sich dadurch soviel vorteile erhofft..
... Schüler wie mich. In den kurzen Ferien wie Herbst-, Oster-, Pfingst- und Semesterferien kann man richtig gut lernen. Besonders Herbstferien sind meiner Meinung wichtig, weil man kurz davor ja die Frühwarnungen von den Lehrern bekommt und beginnen kann, für bessere Noten zu büffeln. Ich verfolge seit Jahren erfolgreich das Prinzip, meine Ferien damit zu verbringen, mir Nebenfächer wie Chemie, Geografie, Geschichte etc. durchzusehen, um mich dann zu Stunden wiederholungen zu melden. Sie ahnen gar nicht wie gut sich das auf Noten auswirkt. Ich kanns nur weiterempfehlen. Schließlich: Es ist unmenschlich von Schülern zu erwarten dass sie zu jeder Stunde (12 in einer Hak, erster Jahrgang) vorbereitet erscheinen!
Mitte Oktober finden die ersten Schularbeiten statt. Und dann gibt es gleich eine Frühwarnung? Was ist das für eine Schule? Wieso lassen Eltern und Schüler im SGA das zu? Wie lernt man in den Herbstferien wenn die Eltern mit den Kindern nach Mallorca fliegen wollen? Auslandsreisen sind ja der wahre Grund für Herbstferien, sie sind also vor allem für leute, die sich das leisten können (viele Lehrer gehören dazu).
Kürzung der Sommerferien auf 6 Wochen.
Einführung von 2-wöchigen Herbstferien
Vorverlegung des Semesterabschlusses in die Weihnachtsferien und dadurch ersatzlose Streichung der Semesterferien.
Verlängerung der Weihnachtsferien auf 3 Wochen.
Ostern soll auf 2 Wochen ausgedehnt werden.
Ersatzlose Streichung der Pfingstferien.
Keine schulautonomen Tage.
Auch unsere Kinder würde so eine Regelung befürworten, weil ihnen spätestens nach 6 oder 7 Wochen Sommerferien die Decke auf den Kopf fällt und sie schon wieder in die Schule wollen.
Auch denke ich , dass es ein gesunder Mix aus Lern- und Erholungsphasen ist, so dass kein Stress aufkommt.
Und die Eltern hätten endlich die Möglichkeit auch die Winterferien sinnvoll für Urlaube zu nutzen.
Nach neun Wochen Sommerferien fällt Ihren Kindern die Decke auf den Kopf, nach sechs Wochen Schule aber offensichtlich auch. das heißt ja, dass weder die Schule noch sie selbst den Kindern genug Abwechslung bieten können. Eine Betreuungsproblem dürfte es bei Ihnen ja nicht geben, sonst würden Sie nicht für so viele unterschiedliche aber doch länger dauernde Ferientage plädieren.
oder wollten sie nur nachsehen, was die Tastatur so hergibt, wenn man ohne Denken auf ihr herumhackt?
Und schon mal was von Tagesmüttern gehört? Die lösen jedes Betreuungsproblem - so sie eins haben.
Ich jedenfalls bin Selbständig und hab kein Problem damit, mich ausreichend um meine Kinder zu kümmern - zumindest in den derzeit rund 14 Wochen Ferien.
da sind ihre Kinder vielleicht in der HTL und müssen (!) 4 Wochen Ferialpraxis machen. Na, die werden sich in den restlichen 2 Wochen gut erholen, überhaupt dann, wenn Nachprüfungen anstehen! Viel Spaß!
P.S.: Ich verstehe das Anliegen mit dem Kürzen der Sommerferien voll und ganz (hab selber 2 Mädels mit 9 und 11), aber man muss eben das Ganze betrachten. Genau deswegen sind Änderungen ja gar so schwierig!
Problem 1: Sommerferien auf 6 Wochen ist gut und schön, aber es gibt Leute, die arbeiten wollen und es nicht für die Schule machen müssen (Geld verdienen, einfach so Erfahrung sammeln). Gäbe es z.B. nur den Juli als voll freien Monat, wäre ein irrsinniges Gedränge in der Wirtschaft zu dieser Zeit, da nicht mehr die Möglichkeit bestünde, sich entweder für August oder Juli zu bewerben, sondern nur mehr im Juli, was die Chancen einmal halbiert.
Problem 2: 2 Wochen Ferien sind auch schon zu lang, wenn sie unter der Schulzeit sind. Erfahrungsgemäß (bin Maturajahr) macht man die ersten Tage in den Ferien einmal nichts und widmet sich dann Schulsachen. Trotzdem finde ich, dass jede freie Zeit >10 aufeinanderfolgende Tage zu viel ist.
Wenn ich Ferien sage, dann meine ich auch Ferien.
Gerade die Pflichtpraktika an den BHS gehören mE in die Unterrichtszeit, wenn sie angeblich so sinnvoll und wichtig sind.
Und gerade in einer BHS ist der Lernstress auf einem Level wo ich den Kindern jeden einzelnen Ferientag wirklich vergönne.
Gerade deswegen bin ich für die Trennung dieser zwei Dinge.
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