Hahnenschrei

13. März 2007, 16:20
51 Postings

Früher Schulbeginn ist laut etlichen Studien kontraproduktiv

Schulbeginn um acht Uhr früh: dösende Kinder, Lehrer erst auf dem Weg zur Spitze der Leistungskurve. Öffis um halb acht: mürrische Massen. Bürobeginn um acht Uhr: hängt vom innerbetrieblichen Antreiber-Faktor ab. Der Österreicher steht früh auf und geht früh zu Bett, oft sogar freiwillig (Hauptmotive: einerseits Angst, als faul zu gelten, andererseits der Wunsch, rasch zum Zweitjob zu kommen). Notwendig erscheint das in vielen Fällen nicht.

Etliche Studien halten sogar den frühen Schulbeginn für ausgesprochen kontraproduktiv. Solange die Eltern um acht im Job sein müssen, werden die Kinder nicht um halb neun beginnen können, obwohl es wahrscheinlich besser wäre. Aber in Stein gemeißelt sind die frühen Beginnzeiten auch nicht. In Dänemark hat eine Bürgerinitiative großen Erfolg, die gestaffelte Beginnzeiten fordert. In der Landwirtschaft, wo man früh aufstehen müsse, seien nur noch fünf Prozent der Arbeitskräfte beschäftigt.

Warum also mit dem Hahnenschrei aus dem Bett kriechen? In Österreich müsste solche Flexibilität wohl von den Sozialpartnern ausgehandelt werden, deren Stützen allerdings seit jeher militante Frühaufsteher gewesen sind. (Hans Rauscher/DER STANDARD, Printausgabe 1.2.2007)

Share if you care.