Vorsicht bei Firmen

1. März 2007, 19:46
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Rückgang österreichischer Exporte 2006

"Österreich ist für uns das Tor in die Europäische Union", sagte Irans Handelskammerpräsident Ali Khamoushi bei seine Treffen mit Wirtschaftskammer-Präsident Christoph Leitl vergangenen November. Der Iran ist für Österreich einer der wichtigsten Handelspartner im Nahen und Mittleren Osten. Seit 2004 gibt es auch ein österreichisch-iranisches Investitionsschutzabkommen sowie ein Doppelbesteuerungsabkommen.

Aber die UN-Sanktionen haben schon ihre Spuren hinterlassen. Sowohl Importe nach Österreich als auch Exporte in den Iran sind 2006 zurückgegangen (siehe Grafik). Exporte in die Vereinigten Arabischen Emirate und nach Saudi-Arabien sind um mehr als 50 Prozent angestiegen.

"Es ist schon so, dass bei vielen ein Vorsichtsgedanke dabei ist", sagt Reinhart Zimmermann, Regionalmanager der Wirtschaftskammer. "Wegen ihrer Langzeitperspektive halten sich viele Unternehmen zurück." Es sei auch so, dass 2006 das Wirtschaftsministerium mit dem Außenministerium ziemlich rigoros mit den Ausfuhrgenehmigungen umgegangen sei.

Am ehesten betroffen wären von einer Verschärfung der Sanktionen größere Projekte, meint Zimmermann. Vor allem im Industrieanlagen- und Maschinenbau sind österreichische Firmen im Iran tätig – von Siemens über VA Tech bis zu Voestalpine Schienen.

Auch zwei österreichische Banken, die RZB und die BA-CA über die HVB – haben eine Repräsentanz im Iran. "Wir begleiten österreichische Firmen bei ihren Exportgeschäften", beschreibt RZB-Sprecher Andreas Ecker die Aufgabe. Änderungen durch die Debatten sei nicht unbedingt zu erwarten, es sei jetzt schon "eine gewisse Vorsicht" dabei, auch die Kontrollbank prüfe vorab. (Alexandra Föderl-Schmid, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 1.2.2007)

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