Sigrid Löffler hat´s in der Hand

17. Juli 2000, 19:43

"Literarisches Quartett": Reich-Ranicki bedauert Auseinandersetzung

Hamburg - Der Streit um das "Literarische Quartett" könnte ein glimpfliches Ende nehmen. "Ich habe am Freitagabend mit Sigrid Löffler telefoniert und habe das Gefühl, sie könnte einlenken", sagte der für die ZDF-Sendung verantwortliche Redakteur Manfred Eichel am Montag der dpa. Ein offener Konflikt in der letzten Ausgabe am 30. Juni zwischen Löffler, der 57-jährigen Österreicherin, und dem Literaturkritiker Marcel Reich-Ranicki (80) hatte die zwölf Jahre alte Sendung mit dem Aus bedroht. Zum festen ModeratorInnenteam der Kultsendung gehört auch noch Hellmuth Karasek.

"Frau Löffler zeigte sich überzeugt von dem Bedauern, das Reich-Ranicki empfindet", sagte Eichel weiter. "Ich bin nun sehr zuversichtlich, dass die Sendung fortgesetzt werden kann." Am Montagnachmittag wollte Eichel in München persönlich Löffler treffen und mit ihr das Weitermachen endgültig besiegeln. In diesem Jahr sind noch drei Ausgaben des "Literarischen Quartetts" geplant. Bei einem Ausstieg Löfflers würde das ZDF die Sendung sofort einstellen.

Probleme um erotische Lektüre

Die Auseinandersetzung zwischen Löffler und Reich-Ranicki hatte sich an dem erotischen Roman "Gefährliche Geliebte" von Haruki Murakami entzündet. "Ich würde für dieses Buch einen Platzverweis aussprechen. Das ist keine Literatur, das ist bestenfalls literarisches Fastfood", hatte Löffler geurteilt. Reich-Ranicki warf Löffler daraufhin in der Sendung vor, sie habe immer Probleme mit erotischen Büchern. In einem Gespräch mit der Illustrierten "Bunten" sagte er, dass die Zusammenarbeit mit Frau Löffler "eine Qual" sei. Am Wochenende bestritt Reich-Ranicki, mit der "Bunten" ein Interview geführt zu haben. Die Münchner Zeitschrift bestand jedoch auf ihrer Darstellung.
(APA/dpa)

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