T-Mobile: Keine höheren Inlandspreise durch sinkende Roaming-Tarife

9. März 2007, 13:47
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Der scheidende T-Mobile Österreich-Chef Georg Pölzl kann den Argumenten des Mitbewerbs wenig abgewinnen

Der scheidende T-Mobile Österreich-Chef Georg Pölzl glaubt nicht, dass bei einer Senkung der Roaming-Tarife Handytelefonieren im Inland teurer werden wird. "Ich verstehe die Aufregung nicht. Dass eine Preisabsenkung bei Roaming notwendig ist, versteht jeder, der sich einmal in den Kunden versetzt hat", sagte Pölzl am Rande einer internationalen Pressekonferenz in Berlin. Dennoch ist T-Mobile gegen eine Regulierung der Roaming-Gebühren durch die EU.

"Keine zusätzliche Regulierung"

"Wir brauchen keine zusätzliche Regulierung, sondern eine Marktdynamik", sagte der Chef des Mutterkonzerns Deutschen Telekom, Rene Obermann. "Ich halte es für wesentlich wahrscheinlicher und sehen auch den Trend, dass durch günstigere Vorleistungspreise, wie wir sie jetzt mit dem ein oder anderen Netzbetreiber in Europa vereinbart haben, die Endkundenpreise in Bewegung kommen", erklärte er. Die sinkenden Roaming-Gebühren seien im Interesse aller Betreiber, weil dies auch die Handy-Nutzung im Ausland erhöhen werde. Schon heute biete T-Mobile Preise an, die unter den geplanten EU-Höchstgrenzen liegen. "Dieses Spiel ist noch lange nicht zu Ende. Die Roaming-Preise werden weiter nach unten gehen", so Obermann.

Internetsurfen via Mobilfunk im Ausland

Auch Internetsurfen via Mobilfunk im Ausland, wo die EU keine Regelung plant, wird nach Meinung des Deutsche Telekom-Chefs demnächst billiger werden. "Wir sind in intensiven Verhandlungen. Wir glauben, dass wir uns auch in diesem Bereich relativ schnell nach unten bewegen können", so Obermann.

100-Millionen-KundInnen

Die Deutsche Telekom hat im Mobilfunk im vergangenen Jahr die 100 Millionen-KundInneen-Marke durchbrochen. Wie aus den am Donnerstag veröffentlichten Konzerndaten hervorgeht, stieg die Zahl der Kunden weltweit um knapp 9 Prozent auf 106,4 Millionen an. T-Mobile Österreich erhöhte die Kundenzahl - die übernommene tele.ring mitberücksichtigt - um 2 Prozent auf 3,18 Millionen zu. Marktführer A1 (Mobilkom Austria) hatte 3,63 Millionen Kunden per Ende 2006.

Fünftgrößte Schwester

T-Mobile Austria ist im Deutsche Telekom-Konzern nach Großbritannien, Polen, Tschechien und Ungarn nun die fünftgrößte ausländische Mobilfunktochter im Konzern. T-Mobile Slowakei, der Chef, der Tscheche Robert Chvatal (38), per 1. März an die Spitze der österreichischen Schwesterfirma wechseln wird, hat die Kundenzahl im Vorjahr um 9 Prozent auf 2,2 Millionen erhöht. Die slowakischen Kollegen hätten "im Vergleich europäischer Anbieter jüngst Rekordmarken beim Privatkundenservice erreicht", sagte der Deutsche Telekom-Chef Rene Obermann.

Eine Mrd. Euro Umsatz machte T-Mobile im Vorjahr international bereits mit Datendiensten (ohne SMS). Auf seiner Plattform zum Herunterladen von Musikstücken hat das Unternehmen bereit 2,7 Mio. registrierte Nutzer und damit nach eigenen Angaben einen gleichgroßen Marktanteil wie der bekannte Apple-Musikdienst iTunes.(APA)

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