Neue Biografie von Peter Lanz

Redaktion, 31. Jänner 2007 13:29

Autor hatte schon 1986 eine erste Falco-Biografie veröffentlicht

Wien - Bereits Mitte der 80er-Jahre hat Peter Lanz die erste Biografie über Falco verfasst, da war der als Hans Hölzel in Wien geborene Musiker noch nicht einmal 30 Jahre alt. In einem begleitenden Vorwort schrieb Falco damals, dass Lanz nach zahlreichen Interviews und Gesprächen "eine kritische Auseinandersetzung mit meiner Arbeit, meiner Karriere, ja, mit mir" geschaffen haben. Das Buch erzählt "von meinen Songs, meinen Träumen und Enttäuschungen". Falco autorisierte die Biografie, die 1986 gemeinsam mit seinem Superhit "Rock Me Amadeus" herauskam. Nun, neun Jahre nach seinem Tod zum 50. Geburtstag, hat der Ueberreuter Verlag Lanz' jüngsten Blick auf Falcos Leben publiziert. Die erste Auflage war bereits innerhalb einer Woche vergriffen.

"Ein Tribut an Falco" nennt der Journalist und Buchautor Peter Lanz sein Werk im Vorwort. Er hat den Künstler auf seinem Lebensweg begleitet, mit dessen Freunden und Verwandten gesprochen, Erinnerungen und Dokumente zusammen getragen. Tatsächlich versteht sich Lanz mehr als Chronist eines Lebens, das in den 80er und 90er Jahren die Pop-Welt prägte und dessen jähes Ende mythisch verklärt wurde.

Falco und Hans Hölzel

Den Unterschied zwischen dem kühlen, arroganten und unberechenbaren Falco, der mit Hits wie "Der Kommissar" und vor allem "Rock Me Amadeus" Karriere machen sollte, und dem sympathischen, sanften und liebenswürdigen Hans Hölzel macht Lanz deutlich. Er berichtet über große Erfolge und noch größere Enttäuschungen, über grandiose Comebacks und stets wiederkehrende Rückfälle, über Megahits und Flops im beruflichen wie im privaten Bereich. Der Aufstieg zum Superstar ging vergleichsweise rasch, der Fall - insbesondere im privaten Bereich - schien jedoch nicht enden zu wollen.

Lanz arbeitet die beiden so unterschiedlichen Personen - Falco und Hans Hölzel - klar heraus, erläutert Antriebe und Sehnsüchte, beschreibt Fressanfälle und Drogenbedarf. Der Umgang mit der Öffentlichkeit wurde immer schwerer, einer Zeitung verriet er einmal: "Ich war nie so hochnäsig wie Nena. Ich möchte, dass die Menschen einmal von mir sagen, der Kerl ist arrogant, er ist dumm, er ist ganz normal, er ist sehr nett, zum Teufel, wir wissen eigentlich nicht, was wir von ihm halten sollen." Was man davon halten sollte, war schließlich auch bei seinem plötzlichen Tod nicht klar: Sein Unfall in der Dominikanischen Republik, wohin er sich zurückgezogen hatte, blieb rätselhaft, bescherte dem kurze Zeit darauf veröffentlichten Album "Out Of The Dark" jedoch noch einen Riesenerfolg - und ihm ein posthumes Leben als Mythos. (APA)

Peter Lanz: "Falco - Die Biografie", Ueberreuter, Wien 2007, 250 Seiten, ISBN 978-3-8000-7281-1, 19,95 Euro
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