Die Forschung der "Lichtwesen"

18. Juni 2007, 17:51
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Ausstellung im Technischen Museum zu Licht und dessen Einfluss auf den Menschen

Wien – Der menschliche Körper reagiert auf Licht, "doch das spüren wir gar nicht, weil wir Lichtwesen sind und Licht als normal empfinden", sagte Peter Hein, Geschäftsführer des Kompetenzzentrums Licht.

Das Kompetenzzentrum ist Teil des "Netzwerks Licht", das in Burgenland, der Steiermark, Tirol, Vorarlberg und Wien vertreten ist, und Veranstalter der Ausstellung "Lichtstärke". Sie wurde am Dienstag eröffnet und gibt bis 26. Februar im Technischen Museum in Wien ein Gastspiel. 30 Forschungsprojekte der vergangenen vier Jahre zum Thema Licht sind der Anlass, sechs Lichtkuben aufzustellen und deren Inhalt zu den Themen Verkehr, Alltag und Arbeit wissenschaftlich zu beleuchten.

Aufmerksamkeit leidet Untersuchungen haben ergeben, dass Menschen bei unterschiedlichem Licht verschieden reagieren. So wird in einer Vorlesung bei gleichem Inhalt aber unterschiedlicher Beleuchtung entweder getratscht oder aufmerksam zugehört. Im Tunnel verhält es sich nicht anders. Die gängige Tunnelbeleuchtung macht den Autofahrer unaufmerksam, würde man einen Tunnel besser beleuchten und Abwechslung an den Streckenabschnitten schaffen – durch verschiedenfarbige Wände etwa –, wären die Lenker aufmerksamer und würden auch weniger Panik empfinden, erklärt Hain.

Licht wirkt sich aber auch auf die Gesundheit aus. Im Selbstversuch können die Besucher erleben, wie sich ihre Herzfrequenz bei unterschiedlicher Intensität und Farbe des Lichtes verändert.

LED it shine

Den Einfluss auf das Wohlbefinden erklärte auch Musemsdirektorin Gabriele Zu_na-Kratky, in dem die Unterschiede zwischen Halogenleuchten und LED-Lampen (Leuchtdioden) aufgezeigt wurden. Das weiße LED-Licht benötigt nicht nur weniger Energie als Halogenlicht. Es erzeugt auch weniger Wärme (weswegen in der Versuchsanordnung die Mozartkugel unter einer LED-Lampe nicht schmilzt, während sie das unter der Halogenleuchte tut, siehe Bild). Im Wohnraum bevorzugt Zuna-Kratky jedoch den Temperaturstrahler Halogen – wegen des warmen Lichts. Beleuchtung bekommt vor allem im Winter eine größere Bedeutung. Der Tiroler Ort Rattenberg zum Beispiel erfreut sich dieser Monate selten am Sonnenlicht. Studenten der Lichtakademie Bartenbach in Aldrans/Innsbruck, an der man mit "Master of Light and Lighting" abschließt, haben ein Spiegelsystem entwickelt, das für Lichtzufuhr in der düsteren Zeit sorgen soll. Ebenfalls ein Studienprojekt ist die Kirche Santa Maria Dell Anime in Rom, deren Kunstwerke, Fresken und Interieur durch ein neues Lichtsystem zur Geltung kommen sollen. Während die Italiener dieses 2007 bereits realisieren wollen, fehlt dem Tiroler Ort das nötige Kleingeld. (Marijana Miljkovic, DER STANDARD print, 31.1.2007)

Link
Technisches Museum Wien
Die Ausstellung läuft bis 26.Februar
  • Halogen und LED-Lampen -wo liegt der Unterschied? Antworten liefert die Ausstellung "Lichtstärke" im TMW
    foto: tmw

    Halogen und LED-Lampen -wo liegt der Unterschied? Antworten liefert die Ausstellung "Lichtstärke" im TMW

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