Urlaub mit Nichturlaubern

31. Jänner 2007, 10:58
posten

Zweimal schon bewies Hubsi Kramar, dass Reality-Dokus unpeinlich und trotzdem spannend sein können

Bösartige Menschen könnten Hubsi Kramar ja unterstellen, vom Kunst- ins Reiseveranstalterbusiness wechseln zu wollen. Schließlich hat der Regiss- und Provokateur schon Routine darin, Menschen auf Urlaub zu schicken, die eigentlich nie Ferien machen: Zweimal schon schickte Kramar Obdachlose auf Urlaub - und bewies mit den daraus resultierenden Filmen ("Wonderful" und "Wonderful 2"), dass Reality-Dokus unpeinlich und trotzdem spannend sein können. Und, dass es möglich ist - quasi - "nach unten" zu filmen, ohne die Protagonisten vorzuführen.

Mit Geld und aus der richtigen Richtung

Nun legte Kramars "Gutmenschenfilm- und Theaterproduktion" (hubsikramar.net) mit "Wonderful 3" noch ein Schäuferl nach - und schickte Leute auf Urlaub, denen "man" das oft gar nicht zugestehten will: Asylwerber erlebten, wie sich dieses Land Ausländern präsentiert, wenn sie mit Geld und aus der "richtigen" Richtung anreisen. Bei der Premiere im Wiener "3raum-Anatomietheater" sah dann auch Flüchtlings-Mama Ute Bock, wie schmerzhaft und schön Kino sein kann. Bis 3. Februar. (DER STANDARD print, 31.1.2007)

  • Artikelbild
Share if you care.