Vista-DRM angeblich bereits geknackt

9. März 2007, 11:54
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Programmierer demonstriert das Austricksen der Sicherheitsmechanismen über selbstgeschriebene Treiber

Eine neue Generation von Produkten geht an den Start, wie üblich mit einem "diesmal-wirklich-unknackbaren" Kopierschutz, als Draufgabe gibt es auch noch ein "vollkommen unbezwingbares" Digital-Rights-Management. So zumindest die Versprechen der Hard- und Softwarehersteller an die Content-Industrie.

Realismus, fehlend

Für alle, die sich schon etwas länger mit der Materie beschäftigen, wird es keine Überraschung sein: Solche Aussagen werden meist schon kurz nach der Release der jeweiligen Produkte auf recht abrupte Weise von der Realität eingeholt, irgendwie lassen sich all diese "Schutzmaßnahmen" doch immer wieder austricksen. Was bleibt ist vornehmlich viel verschwendetes Geld und zahlreiche verärgerte KundInnen, die sich mit der zunehmenden Einschränkung ihrer BenutzerInnenrechte konfrontiert sehen.

DRM

Da man aber aus vergangenen Fiaskos dieser Art offenbar nichts gelernt hat, müssen die diversen Unternehmen die entsprechenden Lektion auch dieses mal wieder schwarz-auf-weiß präsentiert bekommen: Nur kurz nach dem "unbezwingbaren" Kopierschutz von HD-DVD und Blu-Ray wurde nun offenbar auch das DRM von Windows Vista ausgetrickst.

Vista

Der kanadische Softwareentwickler Alex Ionescu berichtet in seinem Weblog, dass er einen Weg gefunden hat, dem Rechte-Management von Vista ein Schnippchen zu schlagen. Dabei bedient er sich einer Funktion in, in Vista, die es zu Testzwecken erlaubt unsignierte Treiber zu laden. Dabei sollte eigentlich das DRM aus Sicherheitsgründen deaktiviert sein, eben um einen solchen Hack des Systems zu verhindern.

Möglichkeiten

Ionescu, der bisher vor allem durch seine Arbeit an der freien Windows-Alternative ReactOS bekannt war, meint nun, dass es ihm gelungen sei, einen Treiber zu schreiben, der zwar unsigniert läuft, allerdings nicht als Testtreiber identifiziert wird. Dadurch glaubt Vista, dass das System sicher ist, und erlaubt den Zugriff auf die DRM-Funktionen. Auf diese Weise ließe sich etwa auf den Protected Media Path (PMP), der die Verschlüsselung von HD-Videos bis zum Bildschirm sicherstellen soll, zugreifen.

Code

Beweiscode für seinen Hack hat Ionescu bisher allerdings noch nicht veröffentlicht, da er eine Klage von Microsoft aufgrund des US-amerikanischen Digital Millenium Copyright Acts (DMCA) oder ähnlicher Gesetze in anderen Ländern vermeiden möchte. Derzeit überlegt er nach eigenen Angaben, welche Optionen für eine Freigabe der Software bestehen. (red)

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