Armee soll Hunderte von Zivilpersonen getötet haben

14. März 2007, 16:37
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USA setzten Belohnung für Ergreifung von Rebellen aus

Manila - Philippinische Regierungssoldaten haben nach Untersuchungsergebnissen seit 2001 Hunderte linksgerichteter Zivilisten getötet. Der Chef der Untersuchungskommission, José Melo, sprach am Dienstag von einer kleinen Gruppe von Verantwortlichen innerhalb der Armee. Deren Vorgesetzte hätten die Taten toleriert und müssten daher ebenfalls zur Rechenschaft gezogen werden. Präsidentin Gloria Macapagal Arroyo verurteilte die Tötungen. Das Militär, das sich wiederholt mit Putschversuchen in die Politik eingemischt hat, kündigte eigene Untersuchungen an. Von einer stillschweigenden Toleranz der Taten könne keine Rede sein.

Auf den Philippinen wurden in den vergangenen Jahren hunderte Bürgerrechtler, Sozialarbeiter und Bauern erschossen. Arroyo hatte den pensionierten Richter Melo im vergangenen Jahr aufgefordert, die Fälle zu untersuchen. Zuvor hatte die Menschenrechtsorganisation amnesty international (ai) einzelne Einheiten der Streitkräfte der Taten beschuldigt und damit einen Sturm der Entrüstung ausgelöst. Seit den Terroranschlägen vom 11. September 2001 hat die US-Regierung ihre Militärhilfe für die Philippinen stark ausgebaut.

Die USA haben 50.000 Dollar Belohnung für die Ergreifung eines muslimischen Rebellen ausgesetzt, der für zahlreiche Bombenschläge im Süden der Philippinen verantwortlich gemacht wird. Durch die Belohnung sollten Informanten ermutigt werden, sich mit der Anti-Terror-Polizei in Manila oder der Botschaft in Verbindung zu setzen, erklärte die US-Botschaft am Dienstag. Abdul Basit Usman soll Kontakte zu radikalen Organisationen wie Jemaah Islamiah (JI) und Abu Sayyaf unterhalten. Er wird für Bombenanschläge verantwortlich gemacht, bei denen seit Oktober vergangenen Jahres 16 Menschen getötet wurden. (APA/Reuters)

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