Turbo für berufliche Beziehungspflege

22. Februar 2008, 15:48
posten

Xing hat sich als die größte europäische Onlinebörse für Berufskontakte etabliert

Bevor ich Lars Hinrichs zu unserem Gespräch traf, kannte ich den Gründer des Online-Kontaktnetzwerks nicht. Doch halt, ein Blick auf sein Profil in "Xing" ("Crossing" ausgesprochen, wie OpenBC seit dem Börsengang im Dezember heißt) zeigte, dass ich ihn irgendwie doch kannte, über eine Kollegin von der BBC. Immerhin eine gemeinsame Bekannte - das ist doch schon was für den Anfang einer Begegnung.

Beziehungen

So funktioniert Xing: Über ein oder zwei Ecken ist jeder mit jedem irgendwie bekannt. Diese altbekannte Einsicht der Offlinewelt, "Beziehungen" genannt, ist das Grundprinzip eines jeden Social Networks im Internet - nur dass die virtuelle Verknüpfung die Reichweite des persönlichen Beziehungsnetzes mindestens um den Faktor zehn steigert. Beim letzten Check wies das Profil von Lars Hinrichs 1617 direkte Kontakt aus, und seit seiner (Gründungs-)Mitgliedschaft im September 2003 haben 587.090 Menschen nachgeschaut, wer der Mann ist. Aber kennt Hinrichs diese Menschen wirklich, oder sammelt man Kontakte online so wie früher Briefmarken?

Daten

"80 Prozent meines persönlichen Adressbuchs sind Xing-Mitglied, und ich kenne alle 1600 meiner Kontakte persönlich, ich habe sie mindestens einmal getroffen", sagt Hinrichs. "Xing ist für mich ein lebendiges Adressbuch. Ich sehe sofort, wenn sich in meinem Netzwerk etwas geändert hat. Es enthält immer die aktuellsten Daten, da sie von den Betreffenden selbst geführt werden."

Adressen

Der eigentliche Zusatznutzen des Onlinetreffpunkts: "Die Verknüpfung meiner Kontakte mit deren Kontakten gibt es in keinem Adressbuch", beschreibt Hinrichs. Natürlich gebe es auch "Kontaktsammler", aber das sei der kleinere Teil der Mitglieder; letztlich liegt es an jedem User selbst, den Nutzen durch guten Umgang mit seinen Kontakten aus Xing zu ziehen. "Es ist wie ein persönliches CRM-Tool" - ein Werkzeug zur beruflichen Beziehungspflege.

Management

Die größte Berufsgruppe des 1,5 Millionen Mitglieder zählenden Xing seien Angestellte, sagt Hinrichs. Birgt dies für Unternehmen nicht die Gefahr, dass Xing als Jobbörse funktioniert und sie ihre Mitarbeiter verlieren? "Man stellt ja Leute an, die gute Kontakte haben. Wir bieten nur die Möglichkeit, das eigene Netzwerk zu managen. Das sehen auch die Unternehmen so. Manche sagen zu ihren Leuten inzwischen, sie sollen auf Xing gehen." (DER STANDARD Printausgabe, 30.01.2007)

Link

Xing

  • Bild nicht mehr verfügbar
Share if you care.