EU-Wettbewerbshüter nehmen Vista unter die Lupe

23. März 2007, 17:40
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Das neue Betriebssystem soll - wie schon die Vorgängerversionen - den freien Wettbewerb behindern

Die EU-Wettbewerbshüter prüfen die Beschwerde eines Branchenverbandes gegen das neue Microsoft-Betriebssystem Windows Vista, das am morgigen Dienstag für Endverbraucher zum Verkauf steht. "Wir sind dabei, das zu untersuchen", sagte der Sprecher von EU-Wettbewerbskommissarin Neelie Kroes am Montag in Brüssel.

Methoden

Der europäische Interessenverband für Interoperabilität von Systemen (ECIS) hatte Microsoft vorgeworfen, mit dem neuen Betriebssystem erneut gegen EU-Auflagen zu verstoßen -der WebStandard berichtete. Es würden die Methoden fortgesetzt, die von der EU-Kommission 2004 als illegal eingestuft wurden. Dem Verband gehören nach seinen eigenen Angaben unter anderen Adobe, IBM, Nokia, Opera, Red Hat und Sun Microsystems an.

Marktdominanz

Der Sprecher von Kroes sagte, es sei zunächst im Februar 2006 eine Beschwerde eingegangen, die dann im Dezember vergangenen Jahres besonders um den Aspekt Vista ergänzt wurde. Der Verband wirft dem weltgrößten Softwareunternehmen vor, seine Marktdominanz auch auf das Internet auszudehnen.

Freier Wettbewerb

Die Kommission hatte bereits im vergangenen Jahr betont, dass bei Vista nicht der freie Wettbewerb ausgehebelt werden dürfe. Um die Umsetzung fast drei Jahre alter EU-Sanktionen gegen Microsoft wegen Marktmissbrauchs gibt es in Brüssel immer noch Streit. Es droht dabei ein neues Bußgeld. Microsoft hatte im März 2004 ein riesiges Strafgeld von 497 Mio. Euro zahlen müssen.

Routine

Beschwerden sind Brüsseler Routinegeschäft. Falls die EU-Wettbewerbshüter feststellen sollten, das die Konkurrenten stichhaltige Beweise für Verstöße vorbringen, können sie ein neues Verfahren wegen Marktmissbrauchs eröffnen.(APA)

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