152 Firmen nach Österreich gelockt

20. Februar 2007, 16:02
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Die Betriebsansiedelungs­agentur ABA konnte 2006 Firmenan­siedelungen im Wert von 230,4 Millionen Euro nach Österreich holen

Wien – Betriebsansiedelung in Österreich in Zeiten von Globalisierung und Outsourcing: Die großen Industrieansiedelungen auf der grünen Wiese sind zwar längst vorbei, aber es gebe eine "Entwicklung in Richtung Dienstleistungsstandort", beobachtet René Siegl, Geschäftsführer der österreichischen Betriebsansiedelungsgesellschaft ABA.

Zu 152 ausländischen Firmenneugründungen kam es in Österreich im Vorjahr. Diese lösten ein Investitionsvolumen von 230,4 Mio. Euro aus; 1438 Arbeitsplätze wurden geschaffen (siehe Grafik). Meist handelt es sich dabei um regionale Headquarters für Österreich, Osteuropa und Südosteuropa. In der Regel sind die neuen österreichischen Firmen im Bereich Dienstleistung beschäftigt: mit Informationstechnologie, Software und industrienahen Dienstleistungen. Weiterhin kamen auch 2006 die meisten Investoren aus Deutschland, gefolgt von Italien. Immer häufiger kommen jedoch die Investoren aus Ländern wie Tschechien und Ungarn.

Trotz des Rekords für die (25 Jahre alte) ABA ist Siegl nicht restlos glücklich. Große Industrieansiedelungen, etwa im Bereich Automotive Industries oder Speicherproduktion, gehen nach Tschechien, in die Slowakei, Polen und nach Ostdeutschland. Die letzte große Einzelinvestition war 2003 mit dem Einstieg von Hutchison 3G in Österreich.

"Es wird immer schwieriger, industrielle Großprojekte anzuziehen", sagt Siegl. "Das sind fördergetriebene Projekte, bei denen die neuen EU-Mitglieder höhere Zusagen geben können." Auch habe Österreich dort schlechtere Karten, wo es bei Dienstleistungen mit hohem Personalaufwand gehe, etwa bei Callcenter.

In Zukunft werde man sich deshalb weiter auf das "mittelständische Unternehmen" konzentrieren, sagt Siegl. Dabei sei der Trend zu beobachten, dass es weniger um Neugründungen als Jointventures und Kooperationen ginge. (Johanna Ruzicka, DER STANDARD, Print-Ausgabe, 30.1.2007)

  • Als Firmenstandort punktet Österreich nach wie vor bei den benachbarten Ländern. Besonders großes Interesse kommt aus Osteuropa.
    foto: standard/christian fischer

    Als Firmenstandort punktet Österreich nach wie vor bei den benachbarten Ländern. Besonders großes Interesse kommt aus Osteuropa.

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    grafik: aba/standard
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