Mobilkom führt GPRS im Sommer ein - auch ohne Endgeräte

17. Juli 2000, 15:03

GPRS-Übertragungsrate anfangs langsamer als GSM - Die anderen Mobilfunk-Betreiber warten noch

Während die Mobilkom Austria die neue Mobilfunk-Datenübertragungstechnik GPRS (General Packet Radio Service) nach eigenen Angaben noch in diesem Sommer einführen will, warten max.mobil, One und tele.ring noch ab. Da sich die von einigen Herstellern für Sommer angekündigte Lieferung der GPRS-fähigen Handys verzögere, werde man mit der neuen Technologie für einen schnelleren Internet-Zugang via Handy voraussichtlich erst im Winter auf den Markt kommen, hieß es bei max.mobil und One.

Ein mildes Lächeln?

Auch tele.ring-Geschäftsführer Harmut Kremling schmunzelte während des WebStandard-Chats am Montag über die Pläne der Mobilkom: "Wir sind sehr gespannt wie die Mobilkom im Sommer 2000 GPRS ohne Endgeräte anbieten will", meinte er. Dennoch sei GPRS auch bei tele.ring ein wichtiges Thema.

Zunächst langsamer als GSM?

GPRS werde anfangs sogar langsamer sein als der derzeitige Handystandard GSM mit 9,6 Kilobit pro Sekunde, da die Netze noch nicht entsprechend aufgerüstet seien, erläuterte One-Sprecherin Bettina Gneisz. Daher mache eine frühe Einführung der Technologie, die als Vorstufe für den dritten Mobilfunkstandards UMTS (Universal Mobile Telecommunications System) gilt, keinen Sinn.

Bei der ersten großen Ausbaustufe soll GPRS auf 115 kbit kommen, beim Endausbau auf bis zu 200 kbit. Die dritte Mobilfunkgeneration UMTS, die 2002 weltweit eingeführt werden soll, wird Übertragungsgeschwindigkeiten von 2.000 kbit ermöglichen. Rund ein Jahr könne es dauern, bis GPRS so schnell wie die mobile Hochgeschwindigkeits-Technologie HSCSD (High Speed Circuit Switched Data) mit 28,8 kbit sei, die One bereits anbiete, betonte Gneisz.

Neue Abrechnungssysteme

GPRS erfordert neben neuen Endgeräten auch ein neues Vergebührungssystem, da der Kunde ständig online ist, aber nur für die effektiv übertragenen Daten zahlt. Bei der paketorientierten Technologie GPRS werden die Daten in Form von Paketen verschickt, die jeweils mit einer eigenen Zieladresse versehen sind. Daher fallen der Verbindungsaufbau im herkömmlichen Sinn und die so genannten Stehzeiten der Verbindung weg. (red/APA)

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