Gegenseitige Schuldzuweisungen nach Schießerei in Südossetien

14. März 2007, 16:18
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Drei Polizisten verletzt - Tiflis weist Vorwürfe über Verwicklung zurück

Moskau/Tiflis - Eine Schießerei in der von Georgien abtrünnigen Teilrepublik Südossetien hat die Spannungen in der Region erneut verschärft. Nach Angaben der südossetischen Führung waren in der Nacht zum Sonntag etwa zehn bewaffnete Männer von Georgien aus in die Hauptstadt Zchinwali eingedrungen und hatten bei Schusswechseln mit örtlichen Sicherheitskräften drei südossetische Polizisten verletzt. Georgien wies die Vorwürfe als "Desinformation" zurück.

Es habe sich um eine Auseinandersetzung zwischen verschiedenen südossetischen Gruppen gehandelt, sagte der Oberkommandierende des georgischen Teils der internationalen Friedenstruppen an der Grenze zu Südossetien, Oberst Mamuka Kuraschwili, der Agentur Itar-Tass. In dem Gebiet gebe es keine georgischen Truppen. "Unsere Friedenssoldaten haben in der Nacht Gewehrfeuer gehört", sagte ein Vertreter des Innenministeriums in Tiflis.

Drohungen an Zentralregierung

Südossetiens Präsident Eduard Kokojty drohte mit "harten und unerbittlichen Maßnahmen", falls die Zentralregierung in Tiflis ihre Politik nicht ändere. "Die Regierung in Tiflis sagt zwar, dass sie den Konflikt friedlich beilegen will. Tatsächlich heizt sie die Spannungen aber weiter an", sagte der südossetische Innenminister Boris Tschotschiew.

Präsident Michail Saakaschwili hatte erst vergangene Woche sein Ziel einer Wiedervereinigung mit den von Russland unterstützten Konfliktgebieten bekräftigt. Die international nicht anerkannten Teilrepubliken Südossetien und Abchasien hatten sich Anfang der 1990er Jahre von Georgien abgespalten, seitdem gärt der Konflikt. In einem Referendum im November bekräftigten die Südossetier ihren Drang nach Unabhängigkeit. (APA/dpa/Reuters)

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