HD-DVD/Bluray-Hack offiziell: "Bin nur ein aufgebrachter Konsument"

9. Juli 2007, 11:27
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Konsortium des Kopierschutzes für Bluray und HD-DVD bestätigen das Systems sei durchbrochen - Hack als Aufruf zu Fair-Use

Wie bereits Ende des letzten Jahres und Anfang 2007 berichtet, ist es einem Hacker namens muslix64 gelungen die Verschlüsselung der hochauflösenden Medien Bluray und HD-DVD zu umschiffen. Beide Formate arbeiten mit dem selben Kopierschutzsystem Advanced Access Content System (AACS).

Verneinung und doch bestätigt

Das dem System vorsitzende Konsortium spielte die Ankündigung des Hacks in einer ersten Stellungnahme noch herunter: "Es repräsentiert keine Attacke auf das AACS-System selbst" und betonte die Durchbrechung sei limitiert. Mittlerweile bestätigte ein Sprecher der AACS-Group ein Hacker habe es geschafft einige DVDs zu entschlüsseln und andere wären jetzt in der Lage Kopien von bestimmten Titeln zu ziehen.

Key

Der Hacker muslix64 war in der Lage sich Zugang zu den auf den Medien befindlichen Decodierungsschlüsseln zu verschaffen. Damit ist es Möglich den Inhalt von der Verschlüsselung zu lösen und ihn auf jedem Gerät abzuspielen. Die neuen Formate sind durch ihren Schutz lediglich mit Geräten kompatibel, die über Schnittstellen mit HDCP-Funktionalität verfügen - wie etwa HDMI. Zusätzlich ermöglicht der Kopierschutz eine Skalierung der Abspielrechte der Medien. So kann nicht nur bestimmt werden, auf welchen Geräten eine DVD abgespielt werden kann, sondern zum Beispiel auch wie oft.

Echo

Wie der AACS-Sprecher Michael Ayers gegenüber der BBC meinte, würde die Attacke auf das neue Format die Anfänge des illegalen Musiktausches widerspiegeln. Dennoch würden die schiere Größe der Inhalte und die hohen Kosten der beschreibbaren Blurays und HD-DVDs die Auswirkungen (Anm.: zumindest vorerst) in Grenzen halten. Ein Durchbruch im großen Stil könnte das 24 Milliarden Dollar DVD-Geschäft bedrohen, so die Befürchtung.

Fair-Use

In einem Interview mit "digital media" erläuterte muslix64 seine Beweggründe die Formate zu hacken. "Ich bin lediglich ein aufgebrachter Konsument. Meine Bemühungen könnten als fair-use-Durchführung bezeichnet werden", so der Hacker. Den Anstoß hätte ihm eine inkompatible HD-DVD gegeben, die er zuvor Rechtens erworben hatte. "Nicht in der Lage zu sein einen gekauften Film abspielen zu können, nur weil ein Chef in Hollywood beschlossen hat ich dürfe es nicht, machte mich verrückt." (red)

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