AK Vorarlberg verklagt Mobilkom wegen Tarif-Tricks

9. März 2007, 13:47
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Minuten-Taktung im Visier der Konsumentenschützer - Ametsreiter: Bei Kürzung der Roaming-Gebühren könnten Handys teurer werden

Die österreichischen Mobilfunker sind wegen ihren Tarifbedingungen unter Beschuss geraten. Grund dafür sind vor allem die so genannten Taktungen. Bei vielen Tarifen zahlt man für die erste Minute voll, auch wenn ein Anruf nur wenige Sekunden dauert. Die Arbeiterkammer Vorarlberg hat wegen dieser Verrechnungspraxis Ende vergangenen Jahres nun eine Klage gegen den Marktführer Mobilkom Austria eingebracht, berichtete das Nachrichtenmagazin "profil" in seiner neuen Ausgabe.

Termin nicht fix

"Das Verfahren läuft, ein Verhandlungstermin steht allerdings noch nicht fest", sagt Konsumentenschützer Paul Rusching. Haben die AK-Vertreter im Mobilkom-Prozess Erfolg, soll es Klagen gegen die Mitbewerber geben, schreibt das Magazin. Die Mobilfunker weisen die Kritik zurück.

Abfedern

"Zu Beginn jedes Telefonats wird das Netz am stärksten belastet. Das kann man mit der Taktung abfedern, oder man verrechnet dafür eine eigene Gesprächsaufbaugebühr von ein paar Cent extra, wie das in Dänemark oder Holland gemacht wird", erklärte Joergen Bang-Jensen. Der scheidende T-Mobile-Austria-Chef Georg Pölzl verweist auf das grundsätzlich niedrige Tarifniveau: "Die Kunden in anderen europäischen Ländern wären froh, wenn sie einen Cent im Minutentakt zahlen dürften."

Preissturz

Vor allem die "Null Cent"-Offensive hat im Vorjahr dazu geführt, dass der Preis für eine durchschnittliche Gesprächsminute um weitere zehn Prozent auf nunmehr rund 17 Cent gesunken ist. Die Umsätze der Mobilfunker sind - nicht zuletzt wegen des steigenden Handy-Gesprächsaufkommens - aber gleich geblieben.

Roaming

Unter Druck sind die europäischen Mobilfunkanbieter auch wegen der hohen Roaminggebühren beim Handytelefonieren im Ausland. Die EU plant eine Richtlinie, mit der die Gebühren eingeschränkt werden sollen. Befürchtungen, dass dadurch die Inlandstarife steigen könnten, wies Mobilkom Austria-Chef Hannes Ametsreiter am Wochenende zurück. Das sei kaum denkbar, erklärte er in der Tageszeitung "Österreich". Was ihm zufolge jedoch fallen könnte, sind die Gratis-Handys bei Vertragseröffnung oder -verlängerung. (apa)

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    a1.net
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