Premiere für Jens Byggmark

2. März 2007, 13:54
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Der Schwede feiert mit dem Slalomsieg in Kitz­bühel seinen ersten Welt­cuperfolg - Matt vor dem Deutschen Vogl Zweiter, Raich Fünfter

Kitzbühel - Genau eine Woche vor dem ersten WM-Bewerb in Aare haben die schwedischen Slalom-Herren neuerlich zugeschlagen. Nach den Siegen von Andre Myhrer (Beaver Creek) und Markus Larsson (Alta Badia) war beim ersten der zwei Kitzbühel-Slaloms Jens Byggmark an der Reihe. Der 21-Jährige krönte mit seinem ersten Weltcup-Erfolg vorerst seinen steilen Aufstieg, denn für Byggmark war es erst der achte Weltcup-Slalom seiner noch jungen Karriere.

Wieder ein Siegläufer aus Tärnaby

Nur der Blondschopf aus Tärnaby, dem Heimatort von Ingemar Stenmark und Anja Pärson, verhinderte den zweiten Sieg von Mario Matt in Folge, der Kitz-Gewinner von 2000 belegte vor rund 25.000 Zuschauern mit 0,87 Sekunden Rückstand Platz zwei. Dritter wurde der Deutsche Alois Vogl (1,48), der erstmals seit Jänner 2006 wieder aufs Stockerl durfte. Der Tiroler Benjamin Raich wurde Fünfter, der Kärntner Rainer Schönfelder Achter. Gesamt-Weltcup-Leader Aksel Lund Svindal (NOR) landete auf Rang 14, der Salzburger Reinfried Herbst bei seinem mit Spannung erwarteten Comeback auf Platz 21.

Nach dem Ersatzrennen für Wengen am Samstag steht am Sonntag in Kitz der zweite Torlauf (10:30 und 13:15 Uhr) auf dem Programm. Am Dienstag wartet dann mit dem Nachtslalom in Schladming (18:00 und 20:45 Uhr) das letzte Rennen vor dem WM in Aare.

Wintereinbruch

Das Szenario rund um den Hahnenkamm war am Samstag kurios. Während Kitz bis vor wenigen Tagen auf Grund der grünen Wiesen mehr einer Wanderer-Destination glich und der Schnee mit Hubschraubern vom Großglockner eingeflogen werden musste, hatte der Winter das Tiroler Ski-Mekka am Renn-Wochenende plötzlich ganz fest im Griff.

Schlechte Sicht

Nach einer (Party-)Nacht bei Temperaturen von rund minus 15 Grad im Ort hatten es Sportler und Fans am Samstag mit dichtem Schneefall und Nebel zu tun. Kein wirkliches Problem für einen Slalom, aber an eine Abfahrt oder einen Super G wäre auf Grund der nicht vorhandenen Sicht nicht einmal annähernd zu denken gewesen. "Die Bodensicht war schlecht, aber für einen Slalom absolut kein Problem", sprach Raich stellvertretend für seine Kollegen von absolut regulären Verhältnissen.

Den Grundstein zum Sieg legte Byggmark, der nun auch Leader im Slalom-Weltcup ist, mit einer sensationellen Fahrt im ersten Durchgang, in dem er gleich 0,80 Sekunden Vorsprung auf den zweitschnellsten Marc Berthod (SUI/im zweiten Lauf im Schlussteil ausgeschieden) herausfuhr. "Ich habe im Nebel nicht viel gesehen", scherzte Byggmark, der den Vorsprung im Finale ohne großes Nervenflattern mit siebentbester Laufzeit souverän ins Ziel brachte. "Ich habe vor dem Rennen nicht viel erwartet, jetzt fühle ich mich großartig", jubelte der Schwede, der zuvor noch nie auf einem Weltcup-Podest gestanden war.

"Lockere Trainingsfahrt"

Auch für Matt läuft es weiterhin wie am Schnürchen. Nach Platz drei im Adelboden-Slalom und dem Sieg in der Wengen-Kombi gab es nun Platz zwei in Kitz. "Mir gelingt es jetzt einfach, die Trainingsleistungen optimal ins Rennen umzusetzen", sagte der 27-Jährige, der im ersten Lauf Zehnter gewesen war. Matt hatte im ersten Durchgang Schuhprobleme, löste diese jedoch in der Pause vor dem zweiten Lauf scheinbar optimal. "Den zweiten Durchgang habe ich als lockere Trainingsfahrt genommen. Das hat super geklappt."

Benni Raich rutsche nach Rang drei im ersten Lauf auf Platz fünf zurück. "Der zweite Lauf war sicher nicht perfekt. Natürlich wollte ich gewinnen, aber Rang fünf ist besser als nichts. Morgen gibt es schon die Chance zur Revanche." Reinfried Herbst fuhr bei seinem Comeback auf Platz 21, klopfte sich jedoch im Ziel enttäuscht und verärgert auf den Skihelm: "Natürlich bin ich nicht zufrieden. Ich habe im zweiten Durchgang einen Fehler gemacht, der mir zwei Sekunden gekostet hat. Das Knie hat super gehalten, es hat absolut kein Problem gegeben."

Miller, Pranger out

Für Bode Miller gab es auch im fünften Saison-Slalom keinen Punkt für den Gesamt-Weltcup. Der Amerikaner war nach Kitz gekommen, um endlich ein Slalom-Ziel zu sehen und in die Top-5 zu kommen, scheiterte jedoch bereits im ersten Lauf. Auch Manfred Pranger schied (im zweiten Durchgang) aus. "Scheiße", lautete der knappe Kommentar des Tirolers. Alexander Koll stellte mit Platz 17 sein bestes Weltcup-Ergebnis ein. (APA)

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    Jung, unbekümmert und erfolgreich: Jens Byggmark.

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    Mario Matt, Österreichs Bester am Samstag, hatte im ersten Lauf Probleme mit den Schuhen.

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