Russland: Festnahme von Uranhändler in Georgien "provokativ"

14. März 2007, 16:18
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Russischer Schmuggler zu achteinhalb Jahren verurteilt

Moskau/Tiflis - Als provokativen Akt hat Russland die Festnahme eines Staatsbürgers in Georgien wegen Uranhandels verurteilt. Außenminister Sergej Lawrow sagte am Freitag laut Nachrichtenagentur Ria Nowosti in Wladiwostok, die ihm vorliegenden Informationen ließen diesen Schluss zu. "Wir würden es vorziehen, dass dieses Problem von Experten gelöst wird", fügte der Minister hinzu. Ein Russe aus der Provinz Nord-Ossetien soll laut georgischen Angaben Anfang 2006 versucht haben, 100 Gramm Uran-235 für eine Million Dollar (775.134 Euro) an einen verdeckten Ermittler der Polizei zu verkaufen.

Der Ermittler hatte sich als Mitglied einer radikalislamischen Gruppe ausgegeben. Ein Gericht habe den Uranschmuggler kurz nach der Tat zu einer Haftstrafe von achteinhalb Jahren verurteilt, teilte das Innenministerium am Donnerstag weiter mit. Er hatte nach seiner Festnahme jegliche Zusammenarbeit mit den Behörden abgelehnt. 100 Gramm waffenfähiges Uran sind für den Bau von Atombomben nicht ausreichend. Sein Besitz unterliegt gewöhnlich jedoch strengen Kontrollen.

Der georgische Ministerpräsident Surab Nogaideli wies am Freitag Vorwürfe zurück, hinter der Festnahme des Russen stünden politische Motive. Man setze vielmehr auf Kooperation mit Russland in dieser "komplizierten und gefährlichen Sache".

Im Hintergrund steht ein bereits lange schwelender Streit zwischen Georgien und Russland, das unter anderem die separatistischen Bestrebungen in der von Georgien abtrünnigen Region Abchasien unterstützt. Die russische Regierung hatte ihren Botschafter im Herbst vorübergehend abgezogen, nachdem Georgien vier russische Soldaten wegen Spionagevorwürfen ausgewiesen hatte. Die Ausweisung hatte einen diplomatischen Streit zwischen den beiden Ländern ausgelöst, im Zuge dessen Moskau Transportverbindungen nach Georgien gekappt hatte. (APA/Reuters)

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