Wien - Der alljährliche Politstreit um die Einwanderungsquote sei im Grunde ein Scheingefecht, kritisiert Rainer Münz. "Da ringen die Parteien und die Länder um 500 Zuwanderer mehr oder weniger - während in Wirklichkeit jährlich mehrere 10.000 Menschen ganz legal nach Österreich ziehen und zum Teil auch hier arbeiten", sagte der Demograf und Leiter der Erste-Bank-Forschungsabteilung bei der Eröffnung des Symposiums über "Aspekte der Migration: Südost-Europa" in Wien.
Besagte Niederlassungsquote für Menschen von außerhalb der EU soll im Jahr 2007 dem Vernehmen nach weiter gekürzt werden - von 7000 auf 6500 Plätze, um die naturgemäß ein großes Griss herrscht. Doch die Vorstellung, dass damit die Einwanderung reguliert oder der heimische Jobmarkt geschützt werde, sei rein illusionär, betonte Münz bei der vom Institut für den Donauraum und Mitteleuropa (IDM) und in Kooperation mit dem Standard organisierten Veranstaltung.
Großteils aus EU-Mitgliedsstaaten
Vielmehr hätten etwa Expertisen nach der vorletzten EU-Erweiterungsrunde am 1. Mai 2004 ergeben, "dass jährlich ziemlich genau 50.000 Menschen nach Österreich zuwandern": großteils Bürger aus den alten und den neuen EU-Mitgliedsstaaten, die überall in der Union Niederlassungsfreiheit genießen. Die größte Gruppe stellten dabei inzwischen die Deutschen dar, die im Unterschied zu Angehörigen neuer EU-Mitgliedsstaaten freien Zugang zum Arbeitsmarkt haben. Zahlenmäßig, so Münz, hätten sie Türken und Personen aus den Ländern des früheren Jugoslawien bereits überholt.
Die "Überraschung" über diese Studienergebnisse auf Regierungsseite war laut Münz mitentscheidend für den Beschluss des neuen, restriktiven Staatsbürgerschaftsgesetzes. Mit dieser "im EU-Trend völlig gegenläufigen" Regelung habe man aber nur die Zahl von Einbürgerungen aus Nicht-EU-Ländern nach unten gedrückt. Der Zuzug aus der EU bleibe unangetastet.
Keine Perspektiven in Bulgarien
Wie sehr sich im neuen, großen Europa die Gründe, das Land zu wechseln, gewandelt haben, schilderte später Nikolina Sretenova von der bulgarischen Akademie der Wissenschaften. Instabilität und Verarmung hätten dazu geführt, "dass junge Leute mit akademischer Ausbildung keine Perspektiven in Bulgarien mehr sehen". Es seien vor allem die Hochqualifizierten, die ihre Heimat verließen, "weil sie in einem Land, wo nur 0,5 Prozent des Bruttoinlandsprodukts in die Forschung fließen, ohne jede Chance sind". (Irene Brickner, DER STANDARD, Printausgabe 27./28.1.2007)
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und bin daür geschimpft worden, als ob ich ein hintengebliebener Trottel wäre, der sich den Deutschen gegenüber minderwertig fühlt...
...naja, kommt offenbar immer darauf an, wer´s sagt (schreibt).
was mich am NAG nämlich am meisten aufregt, ist die sog. "positive Inländerdiskriminierung", die genau darauf abzielt. EU-Ausländer haben´s bei ns leichter als Österr. Staatsbürger. Und glöeichzeitig wird aber gegen alle nicht EU-Einwanderer gewettert, als wären alle Sozialschmarotzer, Drogendealer, Scheinehenheirater und was weiß ich was.
DAS nenne ich Doppelmoral, und es ist abgrundtief.
Das "treffsichere" NAG impliziert darüberhinaus ein Einwanderungsverbot für Wissenschaftler aus Drittstaaten: die haben nämlich prinzipiell keine Chance auf Niederlassung, solange sie als Forscher arbeiten.
Offenbar müssen wir uns vor hochqualifizierten Forschern von außerhalb der EU schützen. Aber vielleicht sind das ja eh alles verkappte Drogendealer, die es trotzdem irgendwie schaffen an den supertollen österreichischen Universitäten Jobs zu kriegen...
Ah so, tun sie das?
Sie werdn's scho wissn.
Sie meinen wahrscheinlich die vielen hier seit Jahren lebenden Ausländer, die zwar brav Steuer zahlen, aber dann in die meisten der von ihnen mitfinanzierten geförderten Wohnungen nicht einziehen dürfen? nur als Beispiel unter anderen...
Wenn es so viele Zuwanderer gibt, dann kann es doch kein Problem mit den Pensionen geben. Es wurde immer mit der demoskopischen Entwicklung gedroht. Wenn wir aber so viele Erwachsene Zuwanderer haben, sind die Einzahler vorhanden und zusätzlich ersparen wir uns die Sozialleistungen der Bildung. Die sind um einiges höher als die Pensionszahlungen.
Die Anhebung des Pensionsalters und die Verminderung der Pension waren also völlig unmotiviert. Wir sind betrogen worden.
Es gibt nicht jährlich 50.000 Zuwanderer sondern 130.000, zusammen mit 80.000 Auswanderern ergibt sich eine Nettozuwanderung von 50.000.
Die Zuwanderunspolitik richtet sich (wie überall in Europa) vor allem gegen Flüchtlinge und Familienzusammenführungen, weil diese Formen der Zuwanderung besonders kostspielig sind.
Warum soll ein Flüchtling mehr kosten als ein EU-Bürger?
Wenn man beide ehrlich arbeiten läßt, kann ein Kellner aus Darfur nicht mehr kosten als ein Ossi-Kellner.
Baut man künstlich Probleme auf, die noch künstlicher mit Schubgefängnissen usw geregelt werden sollen, hat man natürlich Riesenkosten. Aber die sind hausgemacht.
Gesellschaft seit Jahren mit falschen Prognosen und wid trotzdem von den Medien, immer wieder (auch seit vielen Jahren) als "Experte" mit seinen neuen (sicher auch falschen?) Voraussagen zitiert.
Warum macht man nicht einmal eine Sendung im ORF oder schreibt Artikel in den Printmedien, über seine vor Jahren gemachten Aussagen und Forderungen?
Der ORF wird doch sicher noch das Band haben, wo er knapp nach Amtsantritt der Schwarz/Roten Koalition gefordert hat, zusätzlich umgehendst zigtausende ausländische Arbeitskräfte ins Land zu holen weil wir sonst große Probleme am Arbeitsmarkt bekommen würden. Wirtschaftslaien wie der Hojac haben ihn damals ausgelacht. Zur Recht wie die Realität (natürlich) gezeigt hat.
Rainer Münz ist einer jener Experten, die seit Jahren den unmittelbar vor der Tür stehenden Arbeitskräftemangel vorhersagen.
Alle Tatsachen (kein Arbeitskräftemangel, ständig steigende Arbeitslosenzahlen) stören den "Experten" nicht. Er sagt weiter einen bald eintretenden enormen Arbeitskräftemangel voraus.
Der Arbeitskräftemangel tritt nie ein. Seit 30 Jahren wird er aber ständig vorhergesagt - von renommierten Experten.
Als "Experte" für Migrationsfragen macht er sich zum nützlichen Idioten der Wirtschaftslobby, die ständig nach noch billigeren, noch genügsameren und noch anspruchsloseren ausländischen Arbeitskräften ruft, um einen fiktiven Arbeitskräftemangel zu beseitigen.
Die Experten sagen seit Jahrzehnten einen unglaublichen Arbeitskräftemangel voraus, der nur durch den Import von ganz vielen genügsamen und billigen Migranten etwas gelindert werden kann.
Bekanntlich ist der Arbeitskräftemangel auch eingetreten wie man an den steigenden Arbeitslosenzahlen schön ablesen kann.
Wo sind die 80.000 Inder, die im Jahr 2000 den Arbeitskräftemangel im IT-Bereich etwas lindern sollten ?
Wenn ich richtig gelesen habe sind die drei bei weitem grössten Herkunftsländer von Zuwanderern Deutschland, die Nachfolgestaaten Jugoslawiens und die Türkei. Keine(s) dieser Länder(gruppen) hat mit der sogenannten Osterweiterung der EU was zu tun. Waren entweder schon drinnen oder sind es immer noch nicht. Mit Ausnahme von Slowenien, aber wie man hört, arbeiten mehr Österreicher als Gastarbeiter in Slowenien, als umgekehrt. ;-))
Zum Glück gibt es aber hier so viele Osterweiterungs-Experten, die über solche Kleinigkeiten argumentativ hinwegturnen.
Es lebe der mündige Bürger, der sich seine Vorurteile auch durch Tatsachen sich madig machen lasst...
Experten haben sich halt (wieder einmal) verschätzt bzw. haben sich die Rahmenbedingungen unter denen die Prognosen der Experten erstellt wurden plötzlich geändert.
Aber laut Wirtschaftsvertretern herrscht eh in Österreich sooooo ein Arbeitskräftemangel. Bei 350.000 Arbeitslosen.
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