Checkliste für den Wohnungskauf

27. Jänner 2007, 17:00
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Sie träumen von einer Eigentumswohnung? Damit der Traum nicht platzt, anbei eine Checkliste - Von Ursula Xell-Skreiner

Wer hegt und lebt ihn nicht: den Traum von der Eigentumswohnung? Hier ein paar nützliche Tipps, die vor Beauftragung eines Vertragserrichters unbedingt bedacht werden sollten:

Punkt 1: Ist die Wohnung überhaupt parifiziert? Hier genügt ein fachkundiger Blick ins Grundbuch. Besteht an der Wohnung kein Wohnungseigentum, so ist dies bei der Preisbildung wertmindernd.

Punkt 2: Ist die Wohnung belastet? Und wenn ja, in welcher Höhe? Ein Blick ins Grundbuch gibt zwar Auskunft über etwaige verbücherte Pfandrechte, erteilt jedoch keine Information über die tatsächlichen Außenstände! Eine Bestätigung der Gläubiger über die Höhe ihrer Forderungen empfiehlt sich allemal. Denn manche Wohnungen sind überbelastet – und der ursprünglich vereinbarte Kaufpreis reicht zur Lastenfreistellung bei Weitem nicht aus. Ist dies der Fall, muss der Verkäufer jedenfalls Sicherheit dafür leisten, dass sämtliche den Kaufpreis übersteigende Schulden von ihm abgedeckt werden.

Punkt 3: Hat die Wohnung ein Kellerabteil? Und ist dieses eindeutig zuordenbar? Ist es mitparifiziert? In vielen Kellern alter Zinshäuser bestehen lediglich nicht nummerierte, nicht eindeutig zuordenbare, verschlagsartige Kojen. Ist ein Keller nicht mitparifiziert, empfiehlt sich die Anforderung einer Nutzungsvereinbarung, die dem Käufer einer Wohnung die Zuweisung eines bestimmten Kellerabteils garantiert. Das Kellerabteil sollte unbedingt besichtigt und eine allfällige Räumungsverpflichtung des Verkäufers vereinbart werden. Schon mancher Erwerber einer Eigentumswohnung war nach Vertragsunterfertigung vom Umstand überrascht, dass er in seinem Kellerabteil Berge von unbrauchbarer Heizkohle vorfand und diese auf eigene Kosten entsorgen musste.

Punkt 4: Wurden alle Verbindlichkeiten des Verkäufers abgedeckt? Bestehen ausreichend Reparaturrücklagen? Sind in naher Zukunft größere Sanierungsarbeiten der Gesamtliegenschaft geplant? Es empfiehlt sich, vorab jedenfalls die Kontaktaufnahme mit der zuständigen Hausverwaltung. Für Zahlungsrückstände könnten allenfalls Haftungen des Käufers entstehen. Wurden Reparaturrücklagen nicht ausreichend gebildet und stehen größere Sanierungsarbeiten unmittelbar bevor, kann es zu empfindlichen Nachzahlungen der Wohnungseigentümer kommen. (DER STANDARD, Print-Ausgabe, 27./28.1.2007)

  • Ursula Xell-Skreiner, Anwältin
    foto: standard

    Ursula Xell-Skreiner, Anwältin

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