Zwei Weine für ein Traisental

11. Juli 2007, 15:43
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Mit den Rebsorten Grüner Veltliner und Riesling wurden erstmals zwei DAC-Sorten präsentiert

Wien - Wien – Das Traisental ist das dritte österreichische Weinbaugebiet im Bunde der DAC-Regionen (Districtus Austriae Controllatus) Weinviertel und Mittelburgenland, welche die Marketing-Strategie der Herkunftsvermarktung in Angriff nehmen. Und es hat als erstes zwei Rebsorten als für das Weinbaugebiet sortentypisch definiert: Grüner Veltliner, der auf fast zwei Drittel aller Rebflächen steht, und Riesling, der qualitativ der anspruchsvollste ist. Beide Weine sind mit 12 und 12,5 Prozent Alkohol im mittelkräftigen Bereich angesiedelt und trocken, ein Geschmackstypus der dem Trend der jüngsten Zeit zu mehr Finesse und weniger Power entgegenkommt.

DAC ist die Bezeichnung für die Herkunftsvermarktungsstrategie der österreichischen Weinwirtschaft. Die Idee kam von Bert Salomon, ehemals Chef der Österreichischen Weinmarketing, und basiert darauf, dass Rebsorten austauschbar sind, solange sie nicht an eine Region gekoppelt werden. Erstmals in die Praxis umgesetzt wurde das Konzept mit Weinviertel DAC im Jahrgang 2002. “DAC-Weine sind dabei keine Herkunftsweine irgendeiner Markenvereinigung oder eines Vereins, sondern Herkunftsweine mit gesetzlicher Grundlage”, hebt Josef Pleil, Präsident des Österreichischen Weinbauverbandes, hervor, da die “Definition des Regionalen Komitees per Ministerverordnung festgelegt wird”, DAC-Bestimmungen daher Gesetzeskraft hätten.

Das Traisental ist das jüngste, gleichzeitig auch eines der unbekannteren Weinbaugebiete. Dass die DAC-Weine beginnend mit dem Jahrgang 2006 jedes Jahr bereits im Jänner auf den Markt kommen sollen, begründet Hans Steyrer, Obmann des Regionalen Komitees mit der Kunden- und Vermarktungsstruktur des seit 1995 eigenständigen Gebietes. Viele der 700 Betriebe, darunter Nebenerwerbsbetriebe und Traubenproduzenten, die insgesamt 770 Hektar Rebflächen bewirtschaften, vermarkten ihre Weine lokal „Ab Hof“ bzw. über Heurige, die Nachfrage der Kunden nach den neuen Jahrgängen beginne daher bereits bald nach der Ernte. “Und vor allem Grüner Veltliner im mittleren Bereich ist im Jänner bereits sehr schön”, erklärt Steyrer. Außerdem ist die Bestimmung als “Kann-Bestimmung” zu verstehen, ergänzt Markus Huber, einer der bekannteste Newcomer der Region. Sollten beispielsweise die Rieslinge nicht “fertig” sein, würden sie eben später präsentiert. Ziel ist es mit Hilfe der „Traisental DAC“ Grünen Veltliner und Rieslinge auch den Export auszubauen. (ls, längere Online-Fassung eines Artikels von DER STANDARD - Printausgabe, 27./28. Jänner 2007)

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    foto: öwm/himml
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