"Linearität ist Gift für das Networking"

26. Jänner 2007, 17:00
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Mehr als 80 Teilnehmer – Mentoren wie Mentees – kamen zum Netzwerktreffen des Standard-Mentoring-Circle zum Thema: "Networking"

Lektion eins: Zu glauben, dass das Geheimnis von Netzwerken im Großen liege, sei ein Irrtum, führte Werner Lanthaler, Finanzchef des österreichischen Biotech-Pioniers Intercell mit einem launigen Vortrag ins Thema des Abends ein. Die Frage sei nicht, wie groß ein Netzwerk sei, sondern wie "reißfest". Auch definiere sich die Netzwerk-Qualität nicht allein über die Exzellenz des Einzelnen.

Das Zusammenspiel von "Mittelmaß" im besten Sinne bringe oft unerhofft Großes hervor – das als wichtigste Lektion: "Linearität ist Gift fürs Networking". Man wisse nie im Voraus, wer der ideale Netzwerkpartner sei, man wisse nie, welches Netzwerk man brauche. Und Netzwerken sei sicher nicht das Sammeln von Visitenkarten – und "Bussi-Bussi" sowieso nicht, so Lanthaler.

Eröffnung

Mehr als 80 Mentoren und Mentees hatten sich für die Eröffnungsveranstaltung des Standard Mentoring Circle im Roten Salon des Palais Trauttmansdorff versammelt – um zu diskutieren, Fragen zu stellen und sich Dos und Don’ts fürs Networking abzuholen. Am Podium war man sich eins, dass es immanent sei, sich zu überlegen, welchen Beitrag man selber für ein Netzwerk leisten könne. – Geben sei besonders hier seeliger denn Nehmen. Neben Werner Lanthaler diskutieren Friedrich Seher, Vorstandschef der Vivatis Holding, Peter Laggner, CEO Capgemini Consulting, und Unternehmensberaterin Marlies Buxbaum (Beraterzentrum Dorotheergasse), moderiert von Karin Bauer.

Lernkurven im Aufbau seines Netzwerkes zu machen sei legitim, so Peter Laggner, es stetig auf Effizienz zu prüfen, notwendig. Zudem sei es wichtig, Treffen intelligent zu filtern, so Lanthaler: Ausschließlich ins kalte Wasser zu springen, überall hinzugehen, würde häufig Image-Defekte mit sich bringen, die schwer korrigierbar seien. Als "fat cat" sei die Abgrenzung der Interessen auch oft nicht mehr erkennbar, schließt sich Buxbaum an. Wichtig sei es, an der eigenen Qualität zu arbeiten und das Networking dafür zu nutzen. Über der Qualität des persönlichen Kontaktes, so die Runde, stehe nichts – Internetplattformen seien hier bestenfalls unterstützendes Medium. So wie bei Vivatis-Chef Friedrich Seher, dessen Netzwerk-Partner aus früheren Tagen ihn über OpenBC wiedergefunden hat. (Heidi Aichinger, Der Standard, Printausgabe 27./28.1.2007)

  • Diskutierten über effiziente Netzwerk-Pflege (v.l.): Werner Lanthaler, CFO Intercell, Friedrich Seher, Vorstandschef Vivatis Holding, Peter Laggner, CEO Capgemini Consulting, Marlies Buxbaum, beraterzentrum Dorotheergasse und Karin Bauer, KarrierenStandard.
    foto: christian fischer

    Diskutierten über effiziente Netzwerk-Pflege (v.l.): Werner Lanthaler, CFO Intercell, Friedrich Seher, Vorstandschef Vivatis Holding, Peter Laggner, CEO Capgemini Consulting, Marlies Buxbaum, beraterzentrum Dorotheergasse und Karin Bauer, KarrierenStandard.

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